Zerstörungswut endet mit Praktikum

Vandalismus an APD-Demenz-WG „Leben in Rotthausen“ aufgeklärt – Täter bittet um Entschuldigung

Immer wieder wurden die Hinweisschilder der APD Demenz-Wohngemeinschaft „Leben in Rotthausen“ an der Schemannstraße in der Vergangenheit zur Zielscheibe blinder Zerstörungswut.

Wer tut so etwas? Die Empörung war groß, als im August die Eingangsschilder zur APD Demenz-Wohngemeinschaft „Leben in Rotthausen“ erneut ein Opfer sinnloser Zerstörungswut wurden.

Auf Facebook machte APD-Chef Claudius Hasenau seinen Ärger Luft. Er erstattete auch Anzeige, da die Polizei längst einen Verdächtigen im Visier hatte. Doch was dann geschah, hätte wohl niemand erwartet…

Einige Zeit nach dem Vorfall klingelte bei Hasenau das Telefon. Am anderen Ende meldete sich ein junger Mann (*Name der Redaktion bekannt), Mitte 20, gebürtig in Rotthausen, und bekannte: „Ich war‘s.“ Er habe am Abend der Tat in der Nähe mit seinen Kumpels einen über den Durst getrunken und die Schilder auf dem Parkplatz an der Schemannstraße im besoffenen Kopf zerstört. Das tue ihm sehr, sehr leid. Mit der unbesonnenen Tat habe er zudem sein zukünftiges Berufsleben in Gefahr gebracht, denn er befinde sich gerade in der Probezeit für eine Aufgabe im öffentlichen Dienst. Eine Verurteilung wegen Vandalismus könne üble Folgen haben – bis hin zur Entlassung. Er wolle sich in aller Form für die Tat entschuldigen und komme für die Reparaturkosten des Infoschildes selbstverständlich auf.

Claudius Hasenau ist Gründungsgeschäftsführer der APD Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen GmbH.

Der Anrufer ahnte nicht, welches Glück er hatte, dass er ausgerechnet an Claudius Hasenau geraten war. Der APD-Chef, selbst Vater von zwei fast erwachsenen Söhnen, hörte sich alles zunächst geduldig an, dann ließ er es sich nicht nehmen, dem geständigen Täter gehörig den Kopf zu waschen. Anschließend akzeptierte Hasenau sowohl die Entschuldigung als auch die Kostenübernahme. Was den erfahrenen Familienunternehmer am Ende endgültig davon überzeugte, die Anzeige bei der Polizei fallen zu lassen, war die Frage des reuigen Sünders, ob er ein einwöchiges Praktikum in der Demenz-WG absolvieren könne. Diese Bitte gewährte ihm Claudius Hasenau nur zu gern: „Wer einmal hautnah erlebt, wofür eine solche Einrichtung steht und was die Menschen darin im Innersten antreibt, wird sicherlich nie wieder zerstören, was andere so dringend brauchen.“