„Wir in der Feldmark – gemeinsam stark“

Während des Drehs ist Urs Kessler (2. v.l.) auf der Suche nach dem perfekten Bild. „Wir in der Feldmark – gemeinsam stark“ ist das neue Projekt des Rotthauser Nachwuchs-Regisseuers. Für den Dokumentarfilm sucht er noch Protagonisten.

Rotthauser Filmemacher bringt Menschen aus dem Stadtteil mit ihren Geschichten auf die Leinwand

(JP) Bald heißt es: „Film ab!“ Zusammen mit dem Runden Tisch Feldmark startet Filmemacher Urs Kessler (23) ein Projekt, bei dem die Menschen mit ihren alltäglichen, lustigen und kuriosen Geschichten im Mittelpunkt stehen. Denn der Stadtteil hat mehr zu bieten als die Trabrennbahn und den Revierpark. Die Bewohnerinnen und Bewohner liefern das Material für den Film.

Es ist kein gewöhnlicher Dokumentarfilm, der in den kommenden Monaten entstehen soll. „Filme über die einzelnen Stadtteile und Bezirke in Gelsenkirchen gibt es genug. Es ist an der Zeit, etwas anderes zu machen“, erklärt der Rotthauser Filmemacher. „Deshalb soll es auch kein Film über die Feldmark, sondern über die Feldmarker werden“, beschreibt der 23-Jährige.

Was verbindet die Menschen miteinander? Was macht sie besonders? Was haben sie erlebt? Das alles sind Fragen, die Kessler in seinem Film beantworten möchte. Er hat registriert, dass sich in Rotthausens Nachbarstadtteil viel bewegt – auch wegen der Arbeit des Runden Tisches. „Deshalb ist die Feldmark für einen solchen Film so interessant“, erklärt der Stundent der Filmregie. Im September wird er seinen Abschluss als Diplomregisseur erhalten.

Zum Casting am 24. August sind alle Interessierten ab 18 Jahre eingeladen

Damit das Projekt „durch die Augen der Bürgerinnen und Bürger“ verwirklicht werden kann, veranstaltet der Runde Tisch Feldmark am 24.?August von 10 bis 14 Uhr ein Casting an der Küppersbuschstraße 64. „Interessierte sind eingeladen, uns ihre Geschichten zu erzählen. Das muss auch nichts Spektakuläres sein“, so Kessler, der zusammen mit Vertretern des Runden Tisches in der Jury sitzen wird. Das Casting ist offen für alle ab 18 Jahren. Das Filmteam wird die ausgewählten Personen dann ein bis zwei Tage in ihrem alltäglichen Leben begleiten.

Für den jungen Filmemacher sind es die spontanen Aktionen, die das Filmen ausmachen. „Bei einem ähnlichen Dreh in Schalke haben wir einige Personen begleitet, die dann ungeplant geholfen haben, ein defektes Auto anzuschieben“, berichtet Kessler. In „Die Männer von Schalke“ lag der Fokus ausschließlich auf ehrenamtlich tätigen Menschen. Dies soll bei dem neuen Film nicht mehr so sein.

Kessler ließ sich schon früh von Schauspiel und Filmen begeistern: „Bis ich 15 war, habe ich in Theatergruppen mitgespielt und dann einen Kurzfilm mit meiner Familie gedreht – danach wusste ich: Das will ich machen.“ Familie und Freunde unterstützen Kessler bei dem Vorhaben, Regisseur zu werden.

„Natürlich gibt es Außenstehende, die es wundert, warum ich nicht ins Familiengeschäft einsteige. Aber wer mich bei Vorführungen meiner Werke sieht, merkt schnell, dass ich für das Filmemachen brenne“, beschreibt Kessler. Er erklärt auch gleich, was ihn an Filmen besonders fasziniert: „Durch einen Film lernt man Menschen auf eine besondere Weise kennen. Man kommt so nah an sie heran, wie in keiner anderen Kunstform.“