Vossgraben: Hohoffstraße wird umbenannt

Die Bezirksvertretung-Süd hat entschieden: Der neue Straßenname erinnert an einen alten Wasserlauf

Lange war Rotthausens erster und einziger Bürgermeister Heinrich Hohoff Namensgeber der kleinen Straße. Das ist nun Vergangenheit.

(JP) Seit Februar 2019 wurde diskutiert, ob die Hohoffstraße umbeannt werden soll. Grund ist ihr Namensgeber Heinrich Hohoff, der bekennender Nazi und Rotthausens einziger Bürgermeister war. Nun hat der Bezirk Süd zugestimmt, den Namen in „Vossgraben“ zu ändern: mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung.
Die neue Straßenbezeichnung sorgt aber ebenfalls für reichlich Gesprächsstoff. Viele weitere Vorschläge wurden vom Institut für Stadtgeschichte abgelehnt.

Hohoffstraße heisst jetzt Vossgraben

Während einjähriger Übergangsphase gilt eine Doppelbeschilderung

Lange wurde er gesucht – nun ist der neue Name für die Hohoffstraße gefunden. Diese wird künftig „Vossgraben“ heißen. Ende Juni wird das neue Straßenschild montiert.

Der Vorschlag ging aus den Reihen des Heimatbundes bei Dr. Daniel Schmidt vom Institut für Stadtgeschichte ein. Die Bezeichnung „Vossgraben“ bestand die ausführlichen Prüfungen. Der Vossgraben war ein natürlicher Bach, dessen Quelle in Rotthausen entsprang und teilweise noch gegenwärtig zu sehen ist. Er verläuft durch den Bereich des Kleingartens an der Wembkenstraße und somit in der Nähe der Straße, die bald seinen Namen trägt. Gleichzeitig gehört der Vossgraben zum System des Schwarzbaches.

Keine Ehrung für Widerstandskämpferin

Alle weiteren Vorschläge wurden vom Institut für Stadtgeschichte als nicht oder wenig geeignet eingestuft. Darunter befanden sich auch Namen von noch lebenden Persönlichkeiten, die deshalb noch nicht für Straßennamen verwendet werden können. So auch der Vorschlag, die Widerstandskämpferin Emma Rahkob mit einem Straßennamen zu ehren. Dieser wurde abgelehnt, obwohl der Frauenanteil bei Straßenbezeichnungen sehr gering ist. Die Begründung der Stadt Gelsenkrichen: „Emma Rahkob wollte weder zu Lebzeiten, noch nach ihrem Tode geehrt werden“, so Schmidt.

Für die Anwohner ändert sich in den nächsten Monaten nur wenig. Wenn das neue Straßenschild montiert ist, wird die alte Beschriftung mit „Hohoffstraße“ sichtbar durchgestrichen. Damit führt die Stadt eine Doppelbeschilderung ein. Diese wird für mindestens ein Jahr bestehen bleiben. „Somit stellen wir sicher, dass die dortigen Anwohner in dieser Übergangszeit auch noch über ihre alte Adresse auffindbar sind“, erklärte Dr. Daniel Schmidt.