Von Hunt, Lore und Förderwagen

So sah ein ein Förderwagen zur Zeit Agricolas um 1550 aus – es handelt sich um einen so genannten Leitnagel-Hunt.

(win) Mit dem Bergbau ist das Wissen über diesen gleichsam nach und nach verschwunden, werden Begriffe immer wieder falsch verwendet. Das gilt beispielsweise für den Förderwagen, der häufig als Lore oder auch als Hunt bezeichnet wird. Die Redaktion versucht, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Der Hunt (auch Hund) ist das älteste vierrädrige Hilfsmittel zur Förderung. Er kam in Stollen und Strecken zum Einsatz. Der längliche Holzkasten konnte nur von Menschen bewegt werden und hatte ein relativ geringes Fassungsvermögen. Der Hunt hatte an der hinteren Achse größere Räder als an der vorderen. Schon Georgius Agricola (Georg Bauer) stellte in seinem 1556 erschienenen Werk „De re metallica“ einen Hunt vor
Die Lore ist ein Schienentransportwagen und wird auch Güterlore oder Kipplore genannt. Der erste Begriff deutet auf die Verwendung als Transportmittel (im Bergbau vornehmlich für Abraum) hin, der zweite auf die für Loren typische Kippvorrichtung. Unterschiedliche Loren sind auch außerhalb des Bergbaus im Einsatz.

Ein Förderwagen ist einerseits ein Oberbegriff, andererseits eine Weiterentwicklung. Er wurde vornehmlich auf Hauptstrecken eingesetzt. Mitte des 19. Jahrhunderts begann der größere Förderwagen den Hunt zu verdrängen, auch wenn er anfänglich noch genauso bezeichnet wurde. Zunächst sorgten Menschen, Grubenpferde und Seilförderung für den Antrieb auf Gleisen. Der Förderwagen fasste schon zu dieser Zeit bis zu einem Kubikmeter Inhalt. Die Größe steigerte sich dank maschinellen Antriebs in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf bis zu sieben Kubikmeter Fassungsvermögen. Mittlerweile gibt es auch selbstentleerende Förderwagen.

Der Übergang ist teils also fließend. Auf jeden Fall geklärt wäre immerhin: In Rotthausen steht sowohl vor der Villa Dahlbusch als auch an der Schwarzmühlenstraße jeweils ein Förderwagen.