Von der Kunst des Erinnerns

Was war, was ist und was vielleicht für immer verschwindet: Christine Tschidatz, Teamleitung Soziale Betreuung in der WG Rotthausen, der Kunsttherapeut Michael Rieger und die Pflegedienstleiterin Ute Zimmermann (von links) zeigen Objekte aus „Memorandum – Die Kunst des Vergessens“. Foto: M. Rieger

Objekte, Interviews, Video: APD-WG zeigt am 21.9. Biografie-Projekt mit demenziell veränderten Menschen

(SuSch) Der Welt-Alzheimertag 2019 fällt in diesem Jahr auf Samstag, 21. September. Die APD-Demenz-Wohngemeinschaft „Leben in Rotthausen“ lädt aus diesem Anlass zu einer ganz besonderen Veranstaltung ein. Ab 15 Uhr ist hier „Memorandum – Die Kunst des Erinnerns“ zu sehen. Das Biografie-Projekt mit demenziell veränderten Menschen entwickelte der Kommunikationsdesigner, Ergo- und Kunsttherapeut Michael Rieger aus Dortmund. Der Eintritt ist frei.

Für die Dauer eines halben Jahres arbeitete Rieger mit Mieterinnen und Mietern sowie beruflich Pflegenden der APD-Wohngemeinschaften Rotthausen und Sutum zusammen. Für ihn verbindet das Schaffen Privates und Berufliches in besonderer Weise. Michael Rieger: „Meine Mutter lebt in einer der Wohngemeinschaften. Deshalb beschäftigt mich das Thema Demenz als Angehöriger seit Jahren, und jetzt auch als Ergo- und Kunsttherapeut.“

So entstand eine Präsentation über 15 Frauen und Männer, die direkt oder indirekt von der Erkrankung betroffen sind. Sie alle erlaubten Michael Rieger kleine Einblicke in ihre ganz persönliche Lebenswirklichkeit.

In Audio-Interviews sprechen die Teilnehmenden über Erinnerungen vor der Erkrankung, über Vorlieben und Rezepte, über ihre Erlebnisse als Betreuende, über Leben und Sterben und das Gesundheitssystem. Kleine Objektrahmen wurden mit Erinnerungsstücken gefüllt. Sie zeigen das, was war, was ist und was vielleicht für immer verschwinden wird.

Dabei werden weniger einzelne Schicksale skizziert als vielmehr soziale und emotionale Momente. In einer Broschüre sind die Arbeiten anonym dokumentiert. APD-Geschäftsführer Claudius Hasenau und Christine Tschidatz, Teamleiterin Soziale Betreuung in Rotthausen, sind begeistert von den Arbeiten Michael Riegers. „Das Projekt zeigt nicht nur die Auswirkung der Erkrankung auf den einzelnen Patienten, sondern auch die besondere Dreiteilung in einer Demenz-WG, das Zusammenspiel von Mieterinnen und Mietern, ihren Angehörigen und den Pflegenden. Dieser Ansatz ist sehr gelungen,“ sagt auch Pflegedienstleiterin Ute Zimmermann.

Vom 23. September bis 5. Oktober sind die Objekte dann werktags zwischen 9 Uhr und 16 Uhr in der APD-Zentrale, Pastoratsstraße 1, zu sehen.

Die Alzheimer-Gesellschaft Gelsenkirchen zeigt das Video zum Projekt am Freitag, 20. September, im Rahmen einer Veranstaltung zum Welt-Alzheimertag im Musiktheater im Revier (MIR).