„Unverzichtbare Partner der Kommune“

Lebensraum gestalten für Menschen mit besonderen Bedarfslagen: APD-Chef Claudius Hasenau (links) führte NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach durch den Sinnesgarten der Demenz-WG.

Auf Ruhrgebietstour: NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach zu Gast in der APD-Demenzwohngemeinschaft Rotthausen

(SuSch) Einen Tag lang besichtigte Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung in NRW, beispielhafte Projekte von Mitgliedsunternehmen des Landesverbandes NRW der mittelständischen Wohnungs- und Immobilienunternehmen (BFW NRW). Der Weg führte die Christdemokratin auch nach Gelsenkirchen – in die APD-Demenzwohngemeinschaft „Leben in Rotthausen“.

Mittelständische Unternehmen sind nicht nur verlässliche Partner beim Wohnungsbau, sondern gerade in Spezialfällen wie zum Beispiel Demenz-Wohnen „unverzichtbare Partner der Kommunen“. Dieses Fazit zog NRW-Bauministerin Scharrenbach Anfang Mai nach ihrer Besichtung des APD-Wohngemeinschaftshauses an der Schemannstraße. Die Teilnehmer der Tour hatten zuvor das „O-Werk“ in Bochum auf dem ehemaligen Opel-Gelände, heute Mark 51°7 genannt, besucht. Vor der Weiterfahrt zur Siedlung Gertrudenau in Herten machten sie Station in der Demenzwohngemeinschaft „Leben in Rotthausen“ in der umgebauten Hilgenboom-Schule, wo im Juni 2016 24 demenziell veränderte Mieterinnen und Mieter mit Pflegegraden zwischen zwei und fünf ein familienähnliches Zuhause gefunden haben. Die durchschnittliche Verweildauer von Mieterinnen und Mieter in einer APD-WG liege bei rund vier Jahren. Auf 1.000 Einwohner komme in Gelsenkirchen ein Platz in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft. Mit dieser Quote nehme die Stadt – ansonsten Schlusslicht in viel zu vielen Rankings – bundesweit einen Spitzenplatz ein, auf den sie stolz sein könne, so Claudius Hasenau, Geschäftsführer der APD Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen GmbH. Der WG-Experte, dessen Unternehmen in Gelsenkirchen fünf WG-Häuser mit insgesamt 15 Wohngemeinschaften begleitet, verwies auf die Dringlichkeit, für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf ein lebenswürdiges Wohnumfeld zu schaffen und das Wohnangebot auszuweiten, das in betreuungsintensiven Fällen überforderte Familien entlaste und zugleich den Bedarfen der Betroffenen gerechter werde. Der Bedarf an entsprechenden Einrichtungen werde in den kommenden Jahren stark zunehmen, so Hasenau. Schon heute übersteige die Nachfrage deutlich das Angebot.
Bei der nachfolgenden Diskussion vereinbarten APD-Chef Hasenau und die NRW-Bauministerin eine Weiterführung der Informationsgespräche, insbesondere über öffentliche Fördermöglichkeiten für Sozialimmobilien wie „Leben in Rotthausen“.