Stadtteil-Macher lernen vom Pilotprojekt

Netzwerk-Vorstand Klaus Koschei (2. v. r.) und EBZ-Dozent Christian Thomas (4. v. r.) führten die Exkursion durch den Stadtteil. Koschei referierte über die Rollen der einzelnen Akteure.

Für mehr Lebensqualität: Zukünftige Quartiersmanager erkunden Netzwerkarbeit in der Praxis

(JP) Für die lebendige Quartiersarbeit ist Rotthausen über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannt. Acht Teilnehmerinnen des Quartiersmanagerlehrgangs vom Europäischen Bildungszentrum der Wohnungswirtschaft und Immobilienwirtschaft Bochum (EBZ) besuchten deshalb wichtige Anlaufstellen im Stadtteil.

Geführt wurde die Gruppe von Klaus Koschei, Vorsitzender der Rotthauser Netzwerks und ehemaliger Absolvent des Quartiersmanagerlehrgangs, und Christian Thomas, Berater und Dozent des EBZ. Die Ziele: der Hauptsitz der Gesellschaft für Wohnungsbau (GFW), die ein engangierter Unterstützer der Stadtteilentwicklung ist, das QuartiersBüro, das AWO-Quartierszentrum und die APD-Demenz-WG „Leben in Rotthausen“.

Im Sommer „erfuhren“ Koschei und Thomas den Stadtteil mit dem Rad (Die Rotthauser Post berichtete). Den „Modellcharakter“ sollten nun Kursteilnehmerinnen aus dem ganzen Land kennenlernen. „Teilweise kommen die Absolventinnen aus Wiesbaden, Nürnberg und Bielefeld. Bei der Exkursion sollen sie sehen, wie die theoretischen Inhalte des Seminares in der Praxis umgesetzt werden“, erklärte Thomas. „Wir erhoffen uns Innovationen für unsere Arbeit“, so die einstimmige Meinung.

Thomas hob hervor, wie wichtig es sei, die beteiligten Stadtteilinstitutionen zu koordinieren und innerhalb des Akteursnetzwerkes zu moderieren: „Quartiersmanager nehmen eine beratende Funktion ein und bündeln die baulichen und sozialen Maßnahmen im Quartier.“ Das oberste Ziel sei dabei, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Wegen des demografischen Wandels, Arbeitslosigkeit und Zuwanderung stünden beispielsweise Wohnungsbauunternehmen vor gesellschaftlichen Herausforderungen.

Beim Besuch der GFW am Grünen Weg berichtete Geschäftsführer Wilhelm Tax (Mitte) persönlich vom Einsatz der Dahlbuschbombe. Mit der Konstruktion wurden 1955 drei verschüttete Bergleute gerettet. Die Aktion galt in dieser Zeit als technische Höchstleistung.