Stadt befürchtet extreme Wetterlagen

Damit das Quartier trotz Klimaveränderungen lebenswert bleibt, kümmern sich Pavlos Schlotter und Andrea Preuße-Schwake um baulich-technische Anpassungen und Umweltbildung bei Kindern.

Rotthauser Netzwerk: Umweltreferent erläutert Klimaschutzpläne der Kommune

(JP) Der lange und heiße Sommer 2018 war wohl nur der Anfang – eine Wetterextreme als Vorbote dessen, was der Klimawandel verursacht. Anstatt der angedachten 2,1 Grad Celsius, könnte die Durchschnittstemperatur im Quartier bis 2060 um drei oder gar vier Grad ansteigen. Entsprechende Zahlen erläuterte Pavlos Schlotter vom Referat Umwelt der Stadt Gelsenkirchen beim Treffen des Rotthauser Netzwerks im Mai.

Deshalb legt die Abteilung „Umweltplanung/Umweltinformation/Klimaschutz“ ihren Fokus auf den Klimaschutz und Klimaanpassung. Schlotter erklärte den Unterschied: „Im Bereich der Klimaanpassung werden Gebäude auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet. Der Klimaschutz zielt darauf ab, den Ausstoß der Treibhausgase zu reduzieren und den weiteren Klimawandel einzuschränken.“

Ab etwa 2060: Rotthausen wird zur Wärmeinsel

In diesem Rahmen sollen deshalb städtebauliche Maßnahmen umgesetzt werden. Es besteht das Ziel, ein ausgeglichenes Stadtklima zu erhalten. „Die insgesamt 459.000 Bäume in Gelsenkirchen zu schützen, trägt dazu ebenfalls bei“, so Schlotter.

„Durch Hitze, aber auch Regenfälle können gesundheitliche Folgen für die Bevölkerung entstehen“, warnte Schlotter und ergänzte: „Dazu zählt auch fehlender Schlaf. Dieser entsteht dadurch, dass das Schlafzimmer nicht angenehm kühl ist. Auf den mangelhaften Schlaf folgen weitere Krankheiten. Diesen Kreislauf gilt es zu verhindern.“ Galten 2011 noch acht Prozent des Stadtgebietes als sogenannte Hitzeinseln, werden es 2060 schon 48 Prozent sein. In diesen Regionen – zu denen die Innenstädte im Gelsenkirchener Zentrum und im Stadtteil Buer gehören – staut sich die Hitze besonders. „Rotthausen ist davon noch nicht betroffen. Dennoch entstehen im Stadtteil zukünftig Wärmeinseln. Dort steigen die Temperaturen ebenfalls, aber nicht so extrem, wie in anderen Gebieten“, beruhigte Schlotter. Schatten besitzt daher eine hohe Priorität. „Freiwillige Dach und Fassadenbegrünungen schützen Häuser auf natürliche Weise vor der Sonneneinstrahlung“, benannte Schlotter zwei von weiteren Möglichkeiten, um die Temperatur in Gebäuden herunterzukühlen. In Stadterneuerungsgebieten wird die Dachbegrünungsstrategie durch das Haus- und Hofflächenprogramm gefördert.

Stadt setzt Klimaanpassungen noch nicht in allen Projekte um

Schlotter räumte allerdings ein, dass viele Projekte baulich und technisch noch nicht so umgesetzt wurden, dass ein gesundes Leben zukünftig möglich sein wird. „Beispielsweise sind einige Parkplätze in Rotthausen so dicht gepflastert, dass nur wenig Wasser versickern kann. Das führt zu unkontrolliertem Wasserstau.“ Dies ist das Gegenteil von dem, was Schlotter anstrebt. Er möchte Freiflächen entsiegeln und Straßen als Wasserleitungen umfunktionieren.