Schließung war nie eine Option

Das Rotthauser Wohnzimmer bleibt bestehen – die scheidende Projektleiterin Barbara Bienert hat ganze Arbeit geleistet.

Rotthauser Wohnzimmer wird nach Förderende ein Jahr ehrenamtlich weitergeführt

(AL) Nach zwei Jahren Projektlaufzeit endet im Mai die Förderung des Rotthauser Wohnzimmers (RoWo) im Gebäude der Emmaus-Kirche auf der Steeler Straße durch den Kirchenkreis und die „Glücksspirale“. Ab dem ersten Juni übernehmen Heidi Sobotka und Sandra Fleischer ehrenamtlich die Projektleitung des Stadtteiltreffs. Sie werden von Pfarrer Rolf Neuhaus begleitet.

Das Rotthauser Wohnzimmer wurde 2017 eröffnet, um Alleinstehenden und finanziell Schwachen einen Ort zu schaffen, an dem Freundschaften entstehen können und der zum Verweilen einlädt. Als sich zu Beginn des Jahres die Frage stellte, wie es mit dem Cafehaus in der Kirche weitergeht, meldeten sich Heidi Sobotka und Sandra Fleischer freiwillig. „Das RoWo nach der Projektlaufzeit zu schließen war für uns keine Option“, berichtet Sobotka.

Sie selbst kam erst vor anderthalb Jahren nach Rotthausen und suchte Anschluss in der neuen Stadt. Das RoWo bot ihr einen Ort, an dem sie Kontakte knüpfen konnte. Es wurde zu einer Art Zuhause. „Was soll denn aus den Menschen werden, die nicht jede Woche in ein Café gehen können, um Kontakte zu knüpfen?“, fragt sie. Daher beschlossen Sobotka und Fleischer, in Zukunft das Rotthauser Wohnzimmer mit Leben zu füllen. „Wir sind eine Art Familie geworden, die sich hier trifft. Wir lachen gemeinsam, grillen und unternehmen viel. Jeder wird hier mit offenen Armen empfangen.“ Auch Pfarrer Neuhaus von der Emmaus-Gemeinde wird zukünftig an der Gestaltung des Wohnzimmers mitwirken.

Pfarrer wirkt zukünftig an Gestaltung mit

Trotz der geänderten finanziellen Situation sollen die Öffnungszeiten bestehen bleiben. Mittwochs und freitags werdendie Türen von 14.30 bis 18 Uhr geöffnet. Kuchen und Kaffee gibt es auch weiterhin kostenlos. Größere Projekte müssten jetzt anders geplant werden, so Sobotka. „Durch die neue Finanzierungsfrage werden wir in Zukunft darüber nachdenken müssen, welche Ideen sich umsetzen lassen. Fest steht, dass jeden Montag im Monat das Frühstück des Rotthauser Wohnzimmers bestehen bleibt. Zum Frühstückstreff bringen unsere Gäste eigene Leckereien mit, die sich alle teilen.“

Auch weitere Zusammenkünfte sollen in Zukunft das Wohnzimmer mit Leben füllen: Reibekuchen, Spieletreff und Grillen. Wie es um andere Projekte steht, werde sich in den nächsten Wochen herausstellen. Sobotka, Fleischer und Neuhaus haben schon viele Ideen gesammelt. „Ein Projekt könnte eine Stadtrundfahrt sein. Wir müssen aber schauen, was sich finanziell umsetzen lässt“, berichtet Sobotka. Das RoWo soll zunächst ein Jahr weiter geführt werden.