„Oberturnschwester“ feiert 80. Geburtstag

Zuletzt organiserte Ursula Westphal im September 2019 den Wandertag in Rotthausen

(GI) Wenn in den letzten Jahrzehnten in Gelsenkirchen über die Sportart Turnen berichtet worden ist, fehlte der Name der Rotthauserin nie: Ursula Westphal, Urgestein des Turnsports in Gelsenkirchen, feierte Anfang Januar ihren 80. Geburtstag.

1940 in Gelsenkirchen als Ursula Büttner geboren, widmete sie sich schon als Kind dem Turnen. Sie schaffte schließlich den Sprung zum Leistungsturnen, bevor die im TV Rotthausen aktive Sportlerin nach einem schweren, fremd verursachten Unfall mit einer Straßenbahn ihre vielversprechende Karriere aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Sie blieb dem Sport aber trotz ihres Handicaps treu. Wenn auch jetzt in anderen Aufgaben.

Ursula Westphal leitete als erste Frau die Turn-Fachschaft

Betreuerin im Behindertensport war ihre erste Berufung. Als erste Frau übernahm sie 1976 vom ausscheidenden Paul Degener die Verantwortung für die Fachschaft als Leiterin – die sie jetzt schon seit 43 Jahren trägt. Nicht ohne Grund hat sie deshalb seitdem den scherzhaften Ehrentitel der „Oberturnschwester“, den sie auch nach vier Jahrzehnten immer noch gerne trägt, erhalten. Große Turnveranstaltungen in dieser Stadt trugen ihre organisatorische Handschrift, beispielsweise die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Turnerinnen 1972 und der Turner 1974, damals noch nach Geschlechtern getrennt.
Für ihr Engagement ist sie oft geehrt worden: Ehrennadeln, –briefe und -teller aus Vereinen, Stadt und Land könnten ganze Wände füllen. Besonders stolz ist sie auf die Verleihung der Ehrennadel des Deutschen Turnerbundes in Gold 1994 und auf die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande zum Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland 1995.

Trotz ihrer gesundheitlichen Problemen hat sie nie nachgelassen, sich für die Belange ihres Sports mit aller Kraft einzusetzen. Dazu gehörten auch die Gelsenkirchener Wandertage. Der letzte Wandertag fand am 22. September 2019 in Rotthausen statt. Sie macht über ihren 80. Geburtstag hinaus weiter, auch wenn sie inzwischen Unterstützung gesucht und auch gefunden hat. Aus der Gelsenkirchener Turnfamilie ist Ursula Westphal nicht wegzudenken.