Mehr als nur ein Freund und Helfer

Nach zwei Jahrzehnten Polizei-Dienst im Quartier ist Schluss: Eckhard Palm erinnert sich

In seiner Uniform war Polizeihauptkommissar Eckhard Palm eine Institution.

(GI/JP) Fast 20 Jahre lang hat Eckhard „Ecki“ Palm (62) als Polizist in Rotthausen für Recht und Ordnung gesorgt. Die Uniform war sein Markenzeichen – egal ob in Grün oder später in Blau. Ende April hing er dann die Schirmmütze an den Haken – ehe er im Juli in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Am 1. Oktober 1999 trat Palm seinen Posten als Bezirkspolizist in Rotthausen an, jenem Stadtteil, wo er 1957 geboren wurde, wo er aufwuchs. Als er den Dienst im Quartier antrat, trug er schon 25 Jahre lang die Uniform der Polizei. Dieser hatte er sich 1974 angeschlossen. Zunächst im Wachdienst eingesetzt, war er in Horst, später in Buer stationiert. „Ich stand der Polizeiarbeit schon immer positiv gegenüber und habe gleichzeitig auch den Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern gesucht“, erinnert sich Palm an die Gründe, die ihn zu seiner Berufung als Polizist gebracht haben. Deshalb blieb er nicht bei der damaligen Flachglas AG (heute Pikington), wo er nach seinem Schulabschluss eine Ausbildung zum Schlosser absolviert hatte.

Die Schusswaffe kam in der Dienstzeit glücklicherweise nicht zum Einsatz

Um einen Aspekt seiner Dienstzeit ist „Ecki“ Palm besonders froh: „In all den Jahren habe ich zum Glück nie eine Schusswaffe einsetzen müssen.“ Dafür rettete Palm einmal einer Familie das Leben, indem er sie aus ihrer brennenden Wohnung holte.

Der nun pensionierte Bezirksbeamte kennt seinen Stadtteil und dessen Probleme wie kaum ein anderer. Beides hat sich in den knapp zwei Jahrzehnten seit seinem Amtsantritt verändert. „Eigentumsdelikte – also beispielsweise Diebstähle – haben stark zugenommen. Zudem ist der Kontakt zu Kindergärten, Schulen und Geschäftsleuten viel intensiver geworden. Wir bringen Schul- und Kindergartenkindern bei, wie sie sich sicher im Straßenverkehr verhalten“, beschreibt der 62-Jährige.

Ob er auch heute wieder Polizist werden würde? „Klar!“, lautet seine kurze, aber aussagekräftige Antwort. „Sich ständig mit den Menschen im Stadtteil auszutauschen, ihre Anliegen wahrzunehmen und ihren Problemen zuzuhören, macht für mich die Polizeiarbeit aus“, erklärt der frühere Gruppenleiter einer Einsatzhundertschaft. Mit der Hundertschaft begleitete der pensionierte Hauptkommissar Fußballspiele, Demonstrationen und andere Großveranstaltungen.

Als Freund und Helfer zeigte sich Palm jedoch nicht nur in Rotthausen. „Zusammen mit anderen Gelsenkirchener Polizisten war ich 1997 bei der großen Oderflut im Einsatz“, blickt er zurück. Im Juli und August 1997 richteten gewaltige Wassermassen enorme Schäden in Brandenburg an. Zum Dank für seine Hilfe wurden ihm eine Urkunde und die Oderflut-Medaille verliehen.

Nach dem Dienst wird es Palm dank seiner Hobbies nicht langweilig

Nach dem ereignisreichen Dienst bei der Polzei verfällt Palm allerdings nicht in Langeweile. Sofern es die Temperaturen zulassen, restauriert er ein altes VW-Golf-Cabrio. Ansonsten sammelt er Münzen, widmet sich dem Märklin-Modellbau oder hält sich beim Sport fit.

Die Dienststelle bleibt nicht unbesetzt. Polizeihauptkommissar Burkhard Kalisch kümmert sich um Recht und Ordnung.