Malen mitten im Leben

Ahang Nakhaei befasst sich mit Alltagsszenen.

Künstlerin arbeitet in temporärem Atelier

(J.H.) „Ich finde es schön, hier zu arbeiten. Es ist immer etwas los“, sagt Ahang Nakhaei. Im temporären Atelier am Ernst-Käsemann-Platz hat sie einige ihrer älteren Werke aufgehängt.

Sie zeigen ihre Auseinandersetzung mit der vorislamischen Zeit und mythologischen Themen. „Ich habe mich vor sieben Jahren intensiv mit diesem Thema beschäftigt.“ Entstanden sind rund 40 Werke, vornehmlich in dunkleren Farben mit goldenen Akzenten.

Ahang Nakhaei kommt gebürtig aus dem Iran, hat dort Grafik/Design studiert und als Dozentin für Architektur und Grafik gelehrt. 2012 kam sie nach Deutschland, lebte zunächst in Essen nun in Gelsenkirchen-Feldmark. Ihre Werke wurden unter anderem in Italien, Polen sowie Hamburg und Frankfurt ausgestellt. „Aktuell male ich vor allem, würde aber gerne wieder lehren.“

„Neighboring Satellites“ entdeckte die Künstlerin auf Facebook und bewarb sich. „Ich beschäftige mich zurzeit mit dem Thema Heimat. Da passte das sehr gut.“ Die verschiedenen Kulturen, die im Ruhrgebiet Tür an Tür leben und miteinander auskommen, faszinieren sie. Ihre neuen Bilder spiegeln das wider. Sie zeigen Alltagsszenen: ein Junge und ein Mädchen, die im Sommer draußen sitzen, eine Gruppe Studenten, die sich für eine Party schick machen, zwei Frauen auf einem Sofa, die sich verliebt anschauen. „All das hätte ich zuhause nirgends ausstellen können.“ Sowohl das Thema als auch die Darstellung seien im Iran problematisch: „Die Frauen zeigen etwas Haut und haben Konturen. Es ist nicht schön für Künstler, so eingeschränkt zu sein.“ In Deutschland fühle sie sich sehr wohl: „Ich habe viele Freunde und nette und tolle Menschen kennengelernt.“