Kinder meistern Corona-Alltag in der Kita

Finn, Charlotte und Kita-Leiterin Tanja Senczek waschen sich nach dem Spielen gründlich die Hände. Foto: Julian Preuß

Gruppen verbringen viel Zeit draußen – Eltern haben Betretungsverbot – Leiterin lobt vorbildliches Verhalten

(JP) Am 17. August gingen die Kindergärten und -tagestätten wieder in den Regelbetrieb über – auch in der Kita an der Schonnbecker Straße war dies der Fall. Leiterin Tanja Senczek (49) erklärt, unter welchen Auflagen der neue Alltag stattfindet und lobt das Verhalten der Kleinen.

Auf den ersten Blick wirkt in der Kita alles wie immer. Bei sonnigem und warmen Wetter toben die Kinder auf dem Außengelände und spielen im Sandkasten. Auch ein Mundschutz ist nicht zu finden. Äußerlich hat die Corona-Pandemie also nur wenige Spuren im Kindergartenalltag hinterlassen.

Zahlreiche Auflagen sind zu erfüllen

Dennoch gibt es zahlreiche Auflagen, die das insgesamt siebenköpfige Team um Kita-Leiterin Tanja Senczek erfüllen muss: „Für die Kinder besteht keine Mundschutzpflicht. Bei der Betreuung der Kleinen verzichten wir freiwillig darauf, weil Kinder ebenfalls sehr viel aus den Gesichtern lesen. Wir achten bei engem Kontakt jedoch darauf, dass wir die Gesichter nicht zueinander drehen“, erklärt Senczek. Im Gespräch mit Eltern ist der Mundschutz hingegen weiter Pflicht.

„Die Eltern halten sich außerdem an ein selbst auferlegtes Betretungsverbot. Sie bringen die Kinder nur über das Außengelände zu den Gruppentüren“, führt Senczek aus. Zusammen mit aktuell vier anderen Erzieherinnen kümmert sie sich um insgesamt 45 Kinder. Eine weitere Kollegin fehlt derzeit noch wegen einer Vorerkrankung. Zusätzlich desinfiziert eine begleitende Kraft, die vom Land NRW gestellt wurde, regelmäßig Tische, Stühle, Toiletten und Waschbecken.

Den kindgerechten Waschbecken kommt eine besondere Bedeutung zu: Die Kinder sollen so oft es geht ihre Hände säubern – nach dem Spielen, Niesen oder Husten, aber auch vor dem Essen. Finn und Charlotte machen es vor: 30 Sekunden mit Wasser und Seife. „Wir haben den Tipp gegeben, beim Waschen einmal ‚Alles Gute zum Geburtstag‘ zu singen. So halten sie sich an die richtige Zeit“, führt die Kita-Leiterin aus und lobt gleichzeitig ihre jungen Schützlinge.

„Die Kinder gehen besser mit dieser besonderen Situation um, als manche Erwachsene“, sagt sie und führt an: „Sie halten die Hygieneregeln wie selbstverständlich ein.“Derweil stehen die Fenster weit auf und das bunte Treiben auf dem Außengelände geht weiter. Noch – müsste man sagen. Der Herbst steht bereits vor der Tür. „Soweit es das Wetter zulässt, werden wir uns draußen aufhalten“, kündigt Senczek an.

Daher sind die Eltern angehalten, ihren Nachwuchs wetterentsprechend zu kleiden. Regenhose und Regenjacke gehören zur Standardausrüstung. Doch mit dem Herbst kommt auch die Erkältungssaison – eine weitere Herausforderung für alle Beteiligten. Doch bis dahin heißt es erstmal: Spielen und toben im neuen Alltag.