Instrumente, die dauerhaft wirken

Rotthausen im Fokus hat Kirsten Roth, stellvertretende Geschäftsführerin des IAG.

100 Prozent Beratung und 100 Prozent Service nahe am Menschen: Dafür steht das QuartiersBüro des Integrationscenters für Arbeit Gelsenkirchen – das jobcenter (IAG) in Rotthausen. Mit dem Teilhabechancengesetz zur Schaffung neuer Möglichkeiten für Langzeitarbeitslose hat das IAG in Rotthausen erstmals dauerhaft wirksame Instrumente in der Hand, um die Förderung von Arbeitsverhältnissen optimal zu gestalten – im Sinne des Arbeitssuchenden und des Unternehmens.

In vielen Unternehmen übernehmen Fachkräfte Zusatzaufgaben, für die sie eigentlich überqualifiziert sind. Im Arbeitsalltag kann die Produktivität der Mitarbeitenden darunter leiden. Das Teilhabechancengesetz – insbesondere die Förderung von Arbeitsverhältnissen unter §16e SGBII – bietet die Chance, diese Aufgabe neuen Mitarbeitenden zu übertragen, sagt Kirsten Roth, stellvertretende Geschäftsführerin des IAG. Danach können Einstellungen für einen Zeitraum von zwei Jahren gefördert werden. Die Höhe der Förderung beträgt im ersten Jahr 75 Prozent des versicherungspflichtigen Arbeitsentgelts, im zweiten Jahr 50 Prozent. Zielgruppe der Förderung sind Menschen, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind. Eine Nachbeschäftigungspflicht besteht nicht. Förderfähig sind auch erforderliche Weiterbildungen und zusätzliche Praktika.

Für die Unternehmen bietet die Regelung handfeste Vorteile, sagt Kirsten Roth: „Der finanzielle Ausgleich ermöglicht eine intensive Einarbeitung. Das Fachpersonal wird entlastet. Ein effektiver Arbeitseinsatz hilft Kosten zu sparen.“

Um die Beschäftigung zu festigen und zu stabilisieren stehen Jobcoaches zur Verfügung, die die neuen Arbeitskräfte stärken und stützen. In der zweiten Jahreshälfte sollen die Rotthauser Arbeitgeber gezielt auf die neuen Fördermöglichkeiten angesprochen werden.