Impulsgeber für gute Stadtteilarbeit

Bochumer EBZ-Quartiersexperte „erfährt“ Rotthausen mit dem Fahrrad und lobt „Kumpelmentalität“

Auf zwei Rädern das Quartier kennengelernt: EBZ-Dozent Christian Thomas (rechts) und Netzwerk-Vorstand Klaus Koschei.

(SuSch) Die Quartiersarbeit in Rotthausen wird zum Exportschlager. „Dieser Stadtteil hat definitiv Modellcharakter“, sagt Christian Thomas, Berater und Dozent am EBZ – Europäisches Bildungszentrum der Wohnungswirtschaft und Immobilienwirtschaft in Bochum. Bei einer Radtour durch Rotthausen mit dem Netzwerk-Vorstand Klaus Koschei „erfuhr“ der Quartiersexperte, was die Stadtteil-Macher im Innersten bewegt.

Bei seiner „Tour de Rotthausen“ lernte Thomas die wichtigsten Akteure persönlich kennen: Wilhelm Tax, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wohnungsbau (GFW), die QuartiersBüros der AWO und des Jobcenters, die APD-Demenzwohngemeinschaften „Leben in Rotthausen“, Andreas Lange vom Präventionsrat sowie Karlheinz Rabas von der Bergbausammlung.„In Rotthausen wartet man nicht auf Alimentierung, hier wird einfach gemacht. Man hält sich nicht lange mit dem ,Ob‘ auf, hier geht es in erster Linie um das ,Wie‘,“ staunte der 44-jährige Berater für Organisations- und Personalentwicklung über die Quartiersentwicklung „von unten“.

Sein eher wohnungswirtschaftlich geprägter Blick auf das Quartier habe sich erweitert. Soziale Initiativen müssten stärker einbezogen werden. Die kommunalen Entscheider müssten sich fragen lassen, ob die geförderten Maßnahmen zum Beispiel für Imageverbesserung wirklich bei den richtigen Adressaten ankämen, so Thomas.

Kennengelernt haben sich Christian Thomas und Klaus Koschei an der EBZ bei einer Qualifizierungsmaßnahme für Quartiersmanager, an der Klaus Koschei teilnahm. Der Rotthauser habe so kenntnisreich und leidenschaftlich von „seinem“ Stadtteil berichtet, dass er unbedingt einen Besuch vor Ort habe machen wolle.

Er habe einen Stadtteil kennengelernt, in dem die traditionsreiche „Kumpelmentalität“ noch das Miteinander präge: „Ich lebe hier, ich sehe Bedarf und kann die Probleme lösen.“ Diese „selbsttragenden Strukturen“ zeichneten den Stadtteil aus. Von dem Modellcharakter Rotthausens sollen schon bald zukünftige Quartiersmanager erfahren.
Die EBZ hat Koschei für den nächsten Ausbildungskurs 2020 als Dozenten verpflichtet, ergänzt werden soll der Kurs durch eine Exkursion der Lehrgangsteilnehmer nach Rotthausen.