Hobby-Kicker dürfen weiterhin auf künstlichem Grün trainieren

Auf den Fußballfeldern mit künstlichem Grün herrscht viel Betrieb. Nicht nur wegen der Mini-Mini-Kicker sind der SSV/FCA und der DJK TuS auf die mit Granulat ausgestatteten Plätze angewiesen.

Trotz geplantem Verbot von Mikroplastik: DJK TuS und SSV/FCA atmen erleichtert auf

(JP) Das von der EU für 2022 geplante Gesetz zum Verbot von Mikroplastik jagte den Verantwortlichen beider Rotthauser Vereine einen gehörigen Schrecken ein. Kurz darauf gab Gelsensport e.V. als Verwalter der kommunalen Sportanlagen Entwarnung.

Die beiden Kunstrasenplätze der Bezirkssportanlage „Auf der Reihe“ garantieren dem DJK TuS und SSV/FCA Rotthausen ihre Existenz. Auf dem kleinen Platz tobt sich der Nachwuchs aus – Juniorenmannschaften tragen dort ihre Meisterschaften aus. Das große Feld ermöglicht den Kreisligisten, auch bei schlechtem Wetter und im Winter zu trainieren. Und das unter Flutlicht. Für beide Vereine sind die Kunstrasenplätze unverzichtbar.
Das Verbot im Sinne des Umweltschutzes könnte dazu führen, dass das so wichtige künstliche Grün verboten wird. Der Grund ist das darauf verteilte Gummi-Granulat. Es sorgt dafür, dass die Spieler nicht auf dem stumpfen Untergrund stecken bleiben. Dieses Granulat gelangt durch die Kleidung der Spieler und das Wetter in die Natur. Dort verrottet es nicht und muss auf dem Platz aufgefüllt werden.

Marco Baron, stellvertretender Geschäftsführer bei Gelsensport sagt dazu: „Der aktuellen Berichterstattung ist zu entnehmen, dass die EU-Kommission momentan kein Interesse an einer schnellen Entscheidung sowie der Schließung von tausenden Sportanlagen hat. Deshalb sind wir zunächst beruhigt, behalten die Entwicklung aber genau im Auge.“ Zunächst bleibt also erstmal alles, wie es ist.

Naturmaterial Kork eine teure Alternative

Gelsensport, Verwalter der städtischen Sportanlagen, schaut sich aber sicherheitshalber nach Alternativen um. „Man müsste das Granulat absaugen und könnte es durch das Naturmaterial Kork ersetzen. Diese Methode kommt auch bei Sportlern gut an“, sagt Baron.

Die Kosten dafür würden sich auf 50.000 bis 70.000 Euro belaufen. Für die Vereine sei das aber nicht akut existenzbedrohend, so Baron: „Sollte es soweit kommen, hoffen wir auf Förderungen – vielleicht auch vom DFB“. Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer sicherte seine Unterstützung zu.