Hauptschule: Hausmeisterwohnung soll zur Lernwerkstatt werden

Steigende Anmeldezahlen: Schulleiter Marco Sawatzki freut sich auf zwei neue fünfte Klassen – Rotary Club soll Elektrotechnik- und Frisör-Arbeitsplätzen zur besseren Berufsorientierung fördern

Schulleiter Marco Sawatzki zieht seit vier Jahren die Fäden in der Hauptschule Am Dahlbusch.

(JP) Schulferne Jugendliche wieder für den Unterricht begeistern? Die Hauptschule am Dahlbusch versucht das mit dem Projekt „Change Writers“. In Workshops schreiben die Mädchen und Jungen Tagebuch und bekommen auf diesem Wege wieder Lust am Lernen. Die Erfolge sprechen für sich, sagt Marco Sawatzki, seit 2015 Leiter der Hauptschule Am Dahlbusch, und freut sich, dass dieses Projekt auch nach den Sommerferien weiterlaufen wird.

Dann wird die Hauptschule auch wieder zwei neue Klassen mit Fünftklässlern begrüßen. „Seit mehreren Jahren verzeichnen wir steigende Anmeldezahlen“, führt Sawatzki aus. „Viele Eltern und Kinder schätzen das überschaubare System der Hauptschule. Jede Lehrkraft kennt fast jede Schülerin und jeden Schüler mit Namen. Das ermöglicht eine bessere Betreuung. Außerdem verringern unsere beiden Standorte das Konfliktpotenzial, weil die Jüngeren und die Älteren unter sich sind.“
Um die Berufsorientierung zu verbessern, unterstützt der Rotary Club die Hauptschule finanziell. Wenn alles gut läuft, soll 2020 in der ehemaligen Hausmeisterwohnung an der Steeler Straße eine Werkstatt eingerichtet werden. Die Gelder dafür hat die Schule bereits beim Rotary Club beantragt. Sawatzki: „Die Kinder und Jugendlichen sollen dort ihre handwerklichen Fähigkeiten verbessern und so ihre Jobchancen erhöhen.“ In den Räumlichkeiten sollen Elektrotechnik- und Frisörarbeitsplätze entstehen. Projekte wie die neue Schulwerkstatt zeigen, wie sich die Hauptschule Am Dahlbusch langfristig für die Zukunft aufstellt. Marco Sawatzki blickt kritisch auf die bildungspolitische Debatte, ob Hauptschulen abgeschafft werden sollen. „Meiner Meinung nach sollte ein solcher Schritt genau überlegt werden. Diese Schulform ist sehr wichtig – auch mit Blick auf geflüchtete Kinder.“ Die Hauptschule Am Dahlbusch sei ein kultureller Schmelztiegel. Die Jugendlichen kommen aus mehr als 40 Nationen. Die Schule verfügt über drei internationale Förderklassen mit geflüchteten Kindern, bei denen das Erlernen der deutschen Sprache und die Integration im Mittelpunkt stehen.