Fünf Prozent der Treibhausgase einsparen

Klimaschutzmanagerin Kirsten Sassning und Klimaschutzbeauftragter Armin Hardes planen das umweltfreundliche Rotthausen.

Innovation City Roll Out und Stadtteilerneuerer planen „Energiewende von unten“ im gemeinsamen Büro

(JP) Die Stadt Gelsenkirchen strebt in Rotthausen mit dem Innovation City Roll Out ein ambitioniertes Ziel an: In den kommenden drei Jahren sollen fünf Prozent der Treibhausgase eingespart werden.

Damit dieses Ziel erreicht werden kann, ist es nötig, die Sanierungsquote der Gebäude im Quartier in den nächsten drei Jahren auf drei Prozent zu erhöhen. Bundesweit liegt diese Quote jedoch nur bei einem Prozent. Geht es nach dem Innovation City Roll Out, sollen sowohl Industrie- als auch Wohngebäude so renoviert werden, dass sich ihre Energieeffizienz verbessert.

Bahnlinie teilt Rotthausen in zwei Sanierungsbereiche

„Wir streben eine Energiewende von unten an“, erklärte Armin Hardes, Klimaschutzbeauftragter der Stadt Gelsenkirchen, bei der August-Sitzung des Rotthauser Netzwerks.

Die Energiewende ist in zwei Stränge aufgeteilt. Diese orientieren sich an den Beschaffenheiten im Quartier. „Wir teilen Rotthausen entlang der Bahnlinie in West und Ost auf. Im Westen steht die energetische Sanierung von Industrieanlagen im Vordergrund. Im Osten hingegen liegt der Schwerpunkt auf Wohngebäuden“, so Klimaschutzmanagerin Kirsten Sassning.

Freie Engieberater sollen zur Sanierung motivieren

„Durch eine Energieberatung möchten wir Hauseigentümer dazu motivieren, ihre Immobilien freiwillig zu renovieren“, ergänzte Sassning. Gleichzeitig räumte sie ein: „In Bottrop gab es dafür Förderungen. Diese stehen hier nicht zur Verfügung.“

Koordiniert werden die Projekte von Kirsten Sassning und Sarah Loch. Sassning ist studierte Architektin und arbeitet seit sieben Jahren als Klimaschutzmanagerin für die Stadt. Loch ist seit dem 1. Juli als Leiterin für das Stadtteilerneuerungsprogramm verantwortlich. Die Umsetzung beider Programme erfolgt in enger Abstimmung. Beide Leiterinnen agieren jedoch nicht als Problemlöserinnen vor Ort.

Stattdessen ist geplant, die Beratung durch externe Energieberater in einem neuen Stadtteilbüro anzubieten. „Die Stellen für die freien Energieberater werden im September ausgeschrieben. So können sie wohl zu Beginn des Jahres 2020 mit ihrer Arbeit beginnen“, so Sassning. Dazu nannte sie die Anforderungen, die sie an die Bewerber stellt: „Wir suchen Energieberater, die eine Spezialisierung im Baubereich und in der Gebäudetechnik haben.“

Starke Partner machen Stadtteil attraktiver

Um den Innovation City Roll Out im Quartier weiter voranzutreiben, sollen Kooperationen mit verschiedenen Insitutionen und Unternehmen eingegangen werden. Dazu gehören ELE, Gelsenwasser, die Westfälische Hochschule, die Verbraucherzentrale, die GFW und die Hausverwaltung Spieker. So soll es mit starken Partnern an der Seite gelingen, den Stadtteil optisch attraktiver und umweltfreundlich zu gestalten.