Feier zum 130. Geburtstag in kleiner Runde

Die aktuellen Mitglieder des 1890 gegründeten BZV „Heimkehr“ Gelsenkirchen bei einem ihrer monatlichen Treffen. Foto: privat

Brieftaubenzuchtverein „Heimkehr“ einer der ältesten Clubs – Nur der Vorsitzende lässt noch Tiere fliegen

(GI) Der Brieftaubenzuchtverein „Heimkehr“ Gelsenkirchen feiert im November 2020 seinen 130. Geburtstag.

Der Verein wurde am 3. November 1890 von 15 Züchtern gegründet und hat seine Taubenschläge nahe am „Schweizer Dorf“an der Rotthauser Straße. Er gilt als einer der ältesten Brieftauben-Vereine im Ruhrgebiet und als erster Mitgliedsverein der 1894 gegründeten Reisevereinigung Gelsenkirchen.

Norbert Dolny schickt 48 Tauben regelmäßig auf die Reise

Das Jubiläum wird der Verein im nächsten Monat in kleiner Runde feiern. Leider hat er heute nur noch neun Mitglieder, darunter acht passive. Der erste Vorsitzende Norbert Dolny ist der einzige noch verbliebene Aktive, der nicht nur züchtet, sondern seine Tauben mit denen der RV Gelsenkirchen regelmäßig auch auf die Reisen schickt. Norbert Dolny hat zurzeit noch 42 Tauben in seinem Schlag.

Hauptreisezeit der Tauben sind die Monate April bis September. Dabei fliegen im Frühjahr die Alttauben und im Herbst die im Januar geborenen Tauben.

Das besondere Merkmal der Brieftauben ist der großartige Orientierungssinn, aus Entfernungen selbst von einigen hundert Kilometern Streckenflug den Heimatschlag schnellstmöglich anzufliegen und auch zu erreichen.

Dieses Phänomen beschäftigt seit langem auch die Wissenschaftler. Die fanden heraus, dass sich die Brieftauben auf ihren Flügen am Magnetfeld der Erde orientieren.


(win) Brieftauben stammen von der Felsentaube ab und gehören zu der Rasse der Haustauben. Sie zeichnen sich durch ein besonders gutes Heimfinde- und Flugvermögen aus. Aus diesem Grund wurden sie früher als Botentauben genutzt. Heute dagegen bestreiten sie vornehmlich Wettflüge. Täglich können sie bis zu 1000 Kilometer zurücklegen – und das mit einer Geschwindigkeit von bis zu 120 km/h.

In Deutschland sind aktuell noch mehr als 30.000 Züchter aktiv, die sich um etwa 2,5 Millionen Brieftauben kümmern.

Der Verband Deutscher Brieftaubenzüchter wurde 1884 gegründet und bildet die Dachorganisation des Brieftaubenwesens. Darunter stehen die Regionalverbände, die aus den Reisevereinigungen gebildet werden. Diese schließen sich wiederum aus den Vereinen zusammen.

2018 wurde das Brieftaubenwesen in NRW in die Liste der immateriellen Kulturgüter aufgenommen, was die kulturelle Bedeutung des Hobbys einmal mehr verdeutlicht.