Evangelische Jugend plant bunten Stadtteil

Das Jahr 2020 auf einen Blick: Die Sozialpädagogin Nicole Olbrich und Diplom-Pädagoge Ralf Müller haben die schönsten Momente der Evangelischen Jugend Rotthausen auf einer eingerahmten Fotocollage festgehalten. Foto: Julian Preuß

Spielplatzsanierung, Skate-Park und Kino: So soll Rotthausen für den Nachwuchs attraktiver werden

(JP) Die Stadtteilentwicklung schreitet voran. Ralf Müller (64), Diplom-Pädagoge und Leiter der Evangelischen Jugend Rotthausen, sowie Sozialpädagogin Nicole Olbrich (40) möchten gemeinsam mit der Jugendeinrichtung dazu beitragen, dass sich junge Menschen im Stadtteil wohlfühlen. Dafür arbeiteten sie ein Konzept für kurz- und langfristige Projekte aus. 2021 könnte beispielsweise das Kommunale Kino nach Rotthausen kommen.

Normalerweise herrscht in den Nachmittag- und Abendstunden reges Treiben im Keller des evangelischen Gemeindezentrums an der Schonnebecker Straße. An Airhockey-Tischen und Tischtennisplatten können sich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen sechs und 27 Jahren austoben. Im Internetcafé stehen mehrere Computer bereit und in der eigenen Turnhalle des Gemeindezentrums finden die Zirkus- und Theatergruppen genügend Platz zum Proben.

Corona-bedingt herrscht allerdings seit Anfang November Leere auf den Gängen und in den Räumlichkeiten. Langeweile kam bei den beiden hauptamtlichen Mitarbeitern Ralf Müller und Nicole Olbrich dennoch nicht auf. Sie nutzten die Zeit verstärkt dafür, Projekte für das kommende Jahr und darüber hinaus zu planen. Denn Rotthausen soll „bunter“ werden – im wörtlichen und im übertragenen Sinne. So formuliert es Müller in einem kurzen Konzept.

„Stadtteil könnte mehr Farbe vertragen“

„Als wir noch durften, waren wir mit einigen unserer Gruppen im Stadtteil unterwegs. Dabei ist den Kindern und uns aufgefallen, dass Rotthausen recht trist und grau ist. Einige Ecken könnten mehr Farbe vertragen“, erklärt der Leiter der Einrichtung. Der wohnhafte Essener denkt dabei beispielsweise an den sogannten Heckenweg, der hinter dem Penny-Supermarkt am Wiehagen und den Pilkington-Gebäuden her führt oder die Brücke Am Dahlbusch. „Deshalb wird es in Absprache mit dem Referat Kultur der Stadt Gelsenkirchen ein umfangreiches Graffiti-Angebot im neuen Jahr geben“, erklärt Müller, der außerdem das Kommunale Kino in den großen Saal des Gemeindezentrums holen möchte.

Zuletzt machte das Kommunale Kino-Süd an der Gesamtschule Ückendorf Station, wurde jedoch nicht weiter fortgeführt. „Neben den historisch, cineastisch und künstlerisch wertvollen Filmen könnten auch Filme für Kinder, Jugendliche und Senioren gezeigt werden“, führt Müller die Ideen für 2021 weiter aus.

Der Diplompädagoge denkt ebenfalls an die Zeit, wenn die Temperaturen steigen und das Wetter besser wird. Dann sieht er die Spielplätze im Stadtteil wieder stark frequentiert. Doch genau in diesem Bereich bestehe in Rotthausen Nachholbedarf.

„Wir wollten mit den Gruppen ab und an auf den Spielplatz im Dahlbuschpark. Die Kinder fanden den Bereich trostlos und hatten keine Lust mehr, dort zu spielen“, berichtet Müller. Im Rahmen der Stadtteilerneuerung sieht er Potenzial für eine Sanierung. „Bei unseren Ausflügen sammeln wir Inspirationen, wie der Spielplatz nach einer Sanierung aussehen könnte“, erklärt Müller, der die Spielplätze im Hammer Maximilianpark oder im Duisburger Immanuel-Kant-Park beispielhaft anführt. Für besonders viel Spaß habe eine Mehrpersonenwippe gesorgt, beschreibt Nicole Olbrich.

Parcours-Anlage für den Dahlbuschpark erwünscht

Für den Dahlbuschpark wünscht sich Müller zudem eine Skaterbahn, bzw. eine Parcours-Anlage, die eher die Interessen der Älteren anspreche. „Viele kommen mit dem Roller oder Inlinern zu uns. Deshalb wäre ein solches Angebot im Stadtteil ideal. Ähnliches habe ich bereits im Volksgarten in Essen-Kray gesehen“, sagt Müller, der entsprechende Parcours- und Skateangebote der Evangelischen Jugend in Aussicht stellt.

Ob und wann ein solches Projekt jedoch umgesetzt werden kann, müssten leztendlich die politischen Gremien entscheiden. Weitergeleitet habe Müller die Ideen und Vorschläge bereits an Klaus Koschei, der das gemeinsame Projekt „Rotthausen – gesund und munter“ von AWO und Stadt betreut. Auch wenn es noch dauern kann, bis diese Ideen umgesetzt werden: Der Anfang für einen bunten Stadtteil ist gemacht.


Angebote über das Gemeindehaus hinaus

Die Evangelische Jugend Rotthausen bietet zahlreiche Angebote für Kinder und Jugendliche an. Sie arbeitet mit der Hauptschule Am Dahlbusch sowie mit der Offenen Ganztagsschule (OGS) der Mechtenbergschule zusammen. Zwei- bis dreimal pro Woche findet bis 16 Uhr eine Übermittagsbetreuung mit Foto-, Graffiti-, oder Bastelangeboten statt. Danach stehen die Räumlichkeiten für den offenen Betrieb zur Verfügung. Rund 30 Kinder und Jugendliche verbringen ihre Freizeit im Kinderzirkus, in der Kinder-, Teenie- oder Tanzgruppe. Der Schwerpunkt für die Angebote liegt bei Kindern im Grundschulalter und Jugendlichen bis 14 Jahren. Danach bleiben viele der Einrichtung als Ehrenamtler erhalten. Sie helfen bei der Gruppenbetreuung. „Denn ohne diesen fließenden Übergang funktioniere die Arbeit nicht“, so Nicole Olberich.