„Der Stadtteil muss aktiv bleiben“

Frank Baranowski (links) plauderte mit Klaus Koschei, erster Vorsitzender des Rotthauser Netzwerks, über seine Amtszeit als Oberbürgermeister und die Zukunft des Stadtteils. Foto: Julian Preuß

Nach Abschied: Ex-Oberbürgermeister Frank Baranowski lobt Engagement der Rotthauser Bürger

(JP) Gelsenkirchens ehemaliger Oberbürgermeister Frank Baranowski (58) blickte im Kolpinghaus auf die positive Entwicklung Rotthausens während seiner 16-jährigen Amtszeit zurück. Seiner Nachfolgerin Karin Welge (57) gab er einen wichtigen Tipp mit auf den Weg.

Auf der Bühne im großen Saal des Kolpinghauses sitzend, schaute Frank Baranowski „mit Wehmut“ und gleichzeitiger „Zufriedenheit“, auf das zurück, „was man auf den Weg gebracht hat. Es ist schön zu sehen, wie sich Ideen entwickeln“, sagte er.

Baranowski spielte darauf an, dass nun im ehemaligen Kolpinghaus-Restaurant das neue Quartiersbüro entstehen soll (die Rotthauser Post berichtete). Dass künftig ein Teil der Stadtverwaltung in Rotthausen ansässig sein wird, sah das ehemalige ­Stadtoberhaupt als großen Vorteil an. „So liegt ein wichtiges Augenmerk auf Rotthausen. Ich rate den engagierten Bürgern jedoch, nicht auf die Verwaltung zu warten, sondern auf sie zuzugehen“, meinte er. Schließlich gebe es noch genug Baustellen, die in Angriff genommen werden müssten.

„Der Stadtteil ist nicht die Insel der Glückseligkeit. Es darf nicht zugelassen werden, dass einzelne Straßenzüge weiter abrutschen“, sagte Baranowski mahnend. Zudem merkte er die Leerstände auf dem Wohnungmarkt, die Debatte um das Volkshaus und die Entwicklung der Corona-Pandemie an.

Der studierte Germanist und Historiker äußerte deshalb den Wunsch: „Der Stadtteil muss aktiv bleiben.“ Damit das Zusammenspiel zwischen den Akteuren im Stadtteil und der Politik weiterhin funktioniert, richtete er sich mit einem Ratschlag an die neue Oberbürgermeisterin Karin Welge: „Rotthauser sollte man machen lassen und ihnen zuhören. Sie kennen den Stadtteil besser als die Verwaltung. Einen guten Eindruck bekommt man, wenn man sich vor Ort tummelt und schaut, was dort passiert.“