Das hätte Mutter nicht gewollt

Behält seinen Namen: der Ernst-Käsemann-Platz Foto: win

Nachkommen der Familie Käsemann wünschen keine Umbenennung

(win) Der Ernst-Käsemann-Platz wird auch weiterhin so heißen. Einer Bürgereingabe, diesen in Margrit- und Ernst-Käsemann-Platz umzubenennen, wurde nicht stattgegeben.

Das nicht zuletzt deshalb, weil die Bezirksvertretung den Kontakt zu den Nachkommen der Familie Käsemann aufgenommen hatte, die sich klar gegen eine Umbenennung aussprachen. Die Tochter bestätigte zwar, dass ihre Mutter „alle kirchlichen, sozialen, politischen, aber ganz besonders die familiären Angelegenheiten gemeinsam mit dem Vater getragen“ habe, betonte aber auch die Bescheidenheit der Mutter, die diese Nennung sicherlich nicht gewollt hätte.

Auf derartige Dinge habe sie „schlicht nicht den geringsten Wert gelegt.“ Die Tochter bittet daher „in Erinnerung an meine Mutter“ darum, die derzeitige Benennung unverändert zu belassen. Bei der Kontaktaufnahme entstand zudem der Eindruck, dass offenbar auch die Schließung der Elisabeth-Käsemann-Familienbildungsstätte 2020 und damit das ersatzlose Verschwinden des öffentlichen ehrenden Gedenkens an Elisabeth Käsemann, das Vertrauen der Familie in weitere Benennungsangelegenheiten nachhaltig beeinträchtigt habe.
Elisabeth, jüngstes der vier Kinder von Margrit und Ernst Käsemann, war am 24. Mai 1977 nach wochenlanger Folter in einem argentinischen Gefängnis erschossen worden. Ihr Vater Ernst, Universitätsprofessor für Ev. Theologie, hatte davor von 1933 bis 1946 als so genannter „Bergmannspastor“ in der Ev. Kirchengemeinde Rotthausen gewirkt. 2012 war beschlossen worden, den neuen Rotthauser Marktplatz nach ihm zu benennen.