„Damit kann ich mich verwirklichen!“

Malermeister Patrick Kremer (oben links) und seine Mitarbeiter Seko Murad (links) und Michael Oberschewen sind am Werk.

Mit viel Ehrgeiz und einem ökologischen Konzept übernimmt Patrick Kremer den Malerbetrieb seines Vaters

(JP) Der Malerbetrieb Kremer ist seit mehr als 25 Jahren eine Institution im Stadtteil. Im März 2019 feierte das Familienunternehmen das große Jubiläum. Seit Mai leitet Patrick Kremer (34) das Handwerksunternehmen, da sich sein Vater Jürgen Kremer aus gesundheitlichen Gründen zurückzog. Viel ändern wird sich für die Kunden dadurch nicht, auch wenn Patrick Kremer nun verstärkt mit ökologischen Farben arbeitet – „aus Überzeugung“, wie er verrät.

Etwas verschwitzt kommt der Malermeister in seiner Werkstatt an der Belforter Straße an: „Bei so einem kleinen Betrieb mit vier Mitarbeitern kümmere ich mich um fast alles und bin viel unterwegs. Es ist viel Arbeit.“ Fast drei Monate lang ist er nun schon Chef des Rotthauser Traditionsunternehmens. Nach einer Übergangsphase kehrt wieder Normalität in den Arbeitsalltag zurück. „Ich wurde direkt ins kalte Wasser geworfen, bin aber hoch motiviert“, beschreibt der 34-Jährige, der den Begriff des Familienbetriebs wörtlich nimmt. Seine Frau hilft im Büro aus und auch Vater Jürgen Kremer steht seinem Sohn beratend zur Seite. „Er schaut mir nicht kontrollierend über die Schulter. Vielmehr frage ich ihn, wenn ich eine weitere Meinung brauche“, erklärt Patrick Kremer.

Den kompletten Betrieb wird der junge Firmenchef aber nicht umkrempeln. „Für unsere Kunden bleibt alles beim Alten. Sowohl die Kontaktdaten, als auch die Leistungen. Wir führen auch weiter die klassischen Malerarbeiten wie Verputzen, Tapezieren oder das Streichen von Wohnräumen und Gebäudefassaden aus. Und das in gewohnter Qualität“, erklärt er.

Mineralische Farben: Keine Chance für Schimmel

Nach Möglichkeit verwenden Kremer und seine Mitarbeiter dafür mineralische, also natürliche Farben. Diese haben mehrere Vorteile, wie der Malermeister ausführt: „Diese Farben sind besonders für Allergiker und Asthmatiker geeignet. Sie bieten keinen Nährboden für Schimmel.“ Ähnliches gilt für Fassadenfarben. Moose oder andere Verschmutzungen finden dort ebenfalls keinen Halt. Die Mauern bleiben sauberer und die Farbbrillanz bleibt länger erhalten. „Schon die alten Ägypter haben Farben verwendet, die – wie Mineralfarben auch – auf natürlichen Rohstoffen basieren. Die halten immer noch“, lächelt er.

Diese Farben sind kaum teurer als die herkömmlichen Produkte, in denen Konservierungs-, Lösungsmittel und Weichmacher verarbeitet sind. Diese werden durch Regen in die Umwelt abgegeben. Deshalb setzt sich Kremer mit den Mineralfarben für Nachhaltigkeit und Umweltbewusstein ein.

„Damit kann ich mich selbst verwirklichen. Außerdem ist es ein tolles Gefühl, an einer Hausfassade vorbeizugehen, die nach Jahren noch so glänzt, als ob sie frisch gestrichen wurde.“