Dahlbusch-Villa behält alten Glanz

So präsentierte sich die Villa in früherer Zeit. Das Bild hängt ebenso wie das Portrait Schulz-Briesens im Flur des denkmalgeschützten Gebäudes.

Serie: Häuser erzählen Geschichte(n) – Direktoren-Villa seit 1986 unter Denkmalschutz

Von Frank Winter

Die Dahlbusch-Villa an der Steeler Straße 61 zählt zu den ältesten und bekanntesten Gebäuden Rotthausens. Sie hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die eng verbunden ist mit der Historie des gleichnamigen Bergwerks. Daran erinnert der vor dem Haus aufgestellte alte Förderwagen. Diente das Gebäude jahrzehntelang den Generaldirektoren der Zeche als Wohnsitz, so sind dort mittlerweile elf Sozialwohnungen untergebracht.

Erbaut wurde die Villa im Jahr 1882 nach Planungen des Architekten Peter Zindel. Direkt am Zechengelände entstand sie als Wohnsitz für den damaligen Generaldirektor Bruno Schulz-Briesen. Ihm zu Ehren lautete die Adresse seinerzeit Schulzstraße 21. Es gab auch noch eine Bruno-straße und eine Briesenstraße. Diese drei Straßen zu Ehren Schulz-Briesens sind Teilstücke der heutigen Rotthauser Straße, Beethovenstraße und Steeler Straße.

Bruno Schulz-Briesen (1832-1919) leitete das Bergwerk von 1863 bis 1899 und bewohnte bis zu seinem Ruhestand auch die Villa. Anschließend diente sie seinen Nachfolgern als Wohnhaus, wobei auch reichlich Platz für Hauspersonal vorhanden war. So waren zeitweise bis zu 30 Personen alleine dazu angestellt, die riesige Gartenanlage zu bewirtschaften. Das Gewächshaus war eigens mit einer Heizungsanlage ausgestattet. Die Direktorenzeit wurde nur kurz 1923 unterbrochen, als die Villa zur Zeit der Ruhrbesetzung von einer französischen Kommandatur besetzt war. 1924 folgte dann ein erster Umbau.

Wilde Zeiten in der „grünen Villa“

Die großen Änderungen erfolgten nach dem 2.?Weltkrieg. Die Steeler Straße musste verbreitert werden, um dem wachsenden Verkehr Herr zu werden. Dafür musste der alte Vorgarten mitsamt seiner vielen Bäume weichen. Mit dem Aus für die Zeche Dahlbusch endete auch die Zeit der Direktoren in der Villa, die nunmehr vier große Wohneinheiten enthielt. In den 60er Jahren erhielt sie einen grünen Anstrich und wurde in Folge „grüne Villa“ genannt. Das Zechengelände hinter dem Haus war gerade bei Kindern sehr beliebt, lud die Halde doch im Winter zum Schlittenfahren ein.

Auch wilde Zeiten erlebte die Villa. So wohnte dort einige Jahre lang der TV-Regisseur Robert Hartmann, der einige Ruhrgebietsdokus für ZDF und WDR drehte. Die Villa wurde zu einem Treffpunkt für Personen aus dem Kulturgeschehen Rotthausens und der Umgebung. Partys waren an der Tagesordnung.

Das änderte sich mit dem Denkmalschutz, unter den die Villa am 16. Oktober 1986 gestellt wurde. Zwei Jahre später folgten umfangreiche Umbauarbeiten, um Platz zu schaffen für insgesamt elf Sozialwohnungen der GfW. Aus diesem Grunde wurde die Villa 1989 auch ausgezeichnet als „vorbildliches Bauwerk in Nordrhein-Westfalen“. Nun erstrahlte die Villa auch wieder in Weiß.

Einiges aus der Ursprungszeit ist erhalten geblieben. Darunter der Flur mit seinen alten Fliesenornamenten, die hölzerne Haustreppe sowie im Hof die Fachwerk-Remise mit eisernem Vordach. Der Flur ist ausgestaltet mit alten Fotos des Gebäudes und seiner Direktoren sowie Reproduktionen von Zechengemälden.

Auf diese Weise erinnert die Villa außen wie innen an die Zeit der Zeche Dahlbusch, die das Leben in Rotthausen länger als 100 Jahre bestimmte.