Bürger empfehlen fünf Flächen für Wohnbebauung im Bezirk Zollverein

Lange liegt das ehemalige Schulgelände an der Bonifaciusstraße, das zuletzt als Asylunterkunft diente, brach und ist abgesperrt. Jetzt wird es auf seine Tauglichkeit als Wohnbaugebiet geprüft.

Ergebnisse aus Bürgerforum jetzt als Ratsbeschluss – Grüne sehen Gefahr für ökologisch wertvolle Flächen

(win) Bis zum September werden laut eines Ratsbeschlusses 28 neue Wohnbauflächen im Stadtgebiet daraufhin geprüft, ob und wie eine konkrete Realisierung von Wohnbebauung dort umgesetzt werden kann. Die Flächen entspringen einer Empfehlung des ersten Bürgerforums der Stadt Essen im Herbst letzten Jahres und sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt.

Der Stadtbezirk Zollverein ist mit seinen Stadtteilen 13 Mal vertreten bei insgesamt 92 vorgeschlagenen Flächen auf dem gesamten Stadtgebiet.

Fünf dieser Projekte finden sich in den ersten beiden Prioritätenstufen wieder. In diesen wurde im Bürgerforum für nahezu alle Flächen die Einschätzung abgegeben, dass es sich dort „gut“ bis „sehr gut“ leben lässt.
Kritik an der Mehrheitsentscheidung des Rates übten die Grünen, die in mehr als der Hälfte der vorgeschlagenen Gebiete zu viele „land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen oder ökologisch wertvolle Grünanlagen“ betroffen sehen. Wesentlich positiver hört sich da die Eigeneinschätzung in der Vorlage zum Ratsbeschluss an. Von einem „wichtigen Beitrag für die Partizipations– und Dialogkultur in Essen“. Das Bürgerforum habe das „Wo und wie wollen wir wohnen“ verdeutlicht.

Wünsche eines Katernberger Bürgers

Kritisch bleibt ein Katernberger Bürger, der sich in der Prozessdokumentation zum Forum wünscht, die erarbeiteten Vorschläge mögen auch in die zukünftige Planung mit einfließen: „Dann hätte der Bürger auch den Eindruck, dass er als Bürger auch wahrgenommen wird und diese Veranstaltung keine Alibi-Funktion hatte.“


Hier wollen die Bürger gerne leben

Folgende fünf Flächen im Bezirk Zollverein finden sich in unter den 28 Arealen, die jetzt genauer unter die Lupe genommen werden, ob eine konkrete Realisierung von Wohnbebauung dort möglich ist.

Nr. 616
Schonnebeck– Bonifaciusstraße 187
Hierbei handelt es sich um das Gelände der ehemaligen Grund- und Hauptschulen Schetters Busch samt dem Sportplatz. In den Plänen der Stadt ist 2,7 Hektar große Fläche daher aktuell nicht unter Wohnbaufläche, sondern noch unter Gemeinbedarf/Schule enthalten. Zwischen Kappertsiepen und dem Baustoffhandel könnten 130 Wohnungen entstehen. Die Lage in einem regionalen Grünzug ist hier ein Vorteil, während Anbindungen und Nahversorgung noch Steigerungspotenzial haben.

Nr. 615
Katernberg– Stauderstraße
Letzteres gilt auch für die mit Abstand größte Fläche, die allerdings an Fernstraße gut angebunden ist. Das 29,4 Hektar große Gelände zwischen Emscher- und östlichem Ende der Stauderstraße wird derzeit gewerblich durch einen Betrieb der Automobil-Logistik genutzt. Es ist aber als Wohnbaufläche geplant und böte Raum für 1470 Wohnungen.

Nr. 604
Stoppenberg – Ernestinenstraße/Turnerweg
Auf der 1 Hektar großen Grün- und Verkehrsfläche zwischen dem Sportpark Am Hallo und der Ernestinenstraße könnten 50 Wohnungen entstehen. Spiel- und Freiflächen sind in der Umgebung ebenso vorhanden wie eine ordentliche Nahversorgung sowie Bus- und Bahnanbindung.

Nr. 608
Stoppenberg – Hallostraße
Das 2,1 Hektar große Gelände zwischen Hallostraße und Gelsenkirchener Straße wird aktuell als privater Wald genutzt und bietet Platz für rund 110 Wohnungen.

Nr. 602
Katernberg – Bullmannaue
Das 1,6 Hektar große Waldgebiet zwischen S-Bahnhof Zollverein Nord und Haldenstraße schüfe Raum für rund 80 Wohnungen.