Abfindung und Steuern: so wird die Fünftelreglung berechnet

Expertentipp von Dipl.-Kaufmann Ralf Spannenkrebs

Stellen Sie sich vor, Ihr Arbeitgeber kündigt Ihnen betriebsbedingt und Sie bekommen eine Abfindung. Wussten Sie, dass seit 2006 eine Abfindung voll versteuert werden muss? Sie gehört zu den außerordentlichen Einkünften. Deshalb wird sie nach der Fünftelregelung besteuert: Angenommen, Sie erhalten eine Abfindung von 10.000 Euro. Ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen beträgt 26.000 Euro. Zusammengenommen müssen Sie im Jahr Ihrer Kündigung samt Abfindung insgesamt 36.000 Euro versteuern. Dies führt zu einer Einkommensteuer von 7.288 €. Der Finanzbeamte teilt die Abfindung durch fünf. Ein Fünftel der Abfindung rechnet er zum Jahreseinkommen dazu und berechnet die Steuer: 26.000 Euro plus 2.000 Euro ergeben 28.000 Euro. Die zu zahlende Einkommensteuer beträgt 4.736 Euro. Jetzt errechnet der Finanzbeamte die fällige Steuer ohne die Abfindung: Für 26.000 Euro Jahreseinkommen fallen 4.143 Euro Steuern an. Die Differenz zwischen den beiden Steuerbeträgen beträgt 593 Euro. Diese Summe wird verfünffacht. Das sind 2.965 Euro – das ist die Einkommensteuer, die Sie auf Ihre Abfindung zahlen. Zuzüglich der Einkommensteuer auf das Jahreseinkommen von 26.000 € ergibt sich eine Steuer von 7.108 €. Durch die Fünftelregelung sparen Sie somit 180 € Einkommensteuer.
Klingt kompliziert, bedeutet aber, dass die Besteuerung für ein Fünftel der Abfindung auf die gesamte Abfindung übertragen wird. Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen gelten. Zum Beispiel die, dass der Arbeitnehmer durch die Abfindung mehr Geld im Jahr bekommt, als er es bei einer Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses erhalten hätte.