145 Jahre Gelsenkirchen

Gemeinde bekommt 1875 die Stadtrechte verliehen

Wilhelm Vattmann war der erste Bürgermeister der Stadt Gelsenkirchen (1877-1900). An ihn erinnert die Vattmannstraße in der Altstadt. Foto: Institut für Stadtgeschichte

Der 29. November 1875 markierte eine Zeitenwende in den Geschichtsbüchern der Stadt. An diesem Tag wurde aus der Landgemeinde Gelsenkirchen, die im Kreis Bochum lag, eine eigenständige Stadt.

Zu diesem Zeitpunkt zählte Gelsenkirchen etwas mehr als 11.000 Einwohner. Rund 260.000 sind es 145 Jahre später. Die Stadt zählt mittlerweile zu den 81 Großstädten in Deutschland, die die 100.000 er-Marke überschritten haben (Stand Dezember 2018). „Trotz einer mittelalterlichen Vorgeschichte – erstmalig wurde Gelsenkirchen um 1150 urkundlich erwähnt – ist die heutige Stadt tatsächlich und in erster Linie ein Produkt des Industriezeitalters“, erklärt Dr. Daniel Schmidt, Leiter des Instituts für Stadtgeschichte Gelsenkirchen (ISG).

Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das Gebiet des heutigen Gelsenkirchen ein dünn besiedelter Landstrich mit etwa 6.000 Einwohnern. „Mit wenigen Ausnahmen ernährten sich die Menschen damals noch hauptsächlich von der Landwirtschaft. An die vormoderne Vorgeschichte der Industriestadt erinnern heute nur noch einige Baudenkmäler wie Schloss Horst, Schloss Berge, die Wasserburg Lüttinghof sowie einige Überreste bäuerlichen Lebens“, so Schmidt. Als gegen Mitte des 19. Jahrhunderts im hiesigen Gebiet Kohle entdeckt und gefördert wurde und die Gegend durch die Köln-Mindener Eisenbahn verkehrsmäßig erschlossen wurde, begann die Industrialisierung Gelsenkirchens. Kohle und Stahl – die Montanindustrie – bestimmten fortan das wirtschaftliche Leben Gelsenkirchens.