„Wir spüren, dass wir zueinander gehören.“

65 Jahre Ehe – Die Rotthauser Waltraud und Bernhard Rudnik feierten Eiserne Hochzeit in APD-Demenz-WG „Leben in Sutum“

Liebe im Alter und mit Demenz ist möglich – das beweisen die Rotthauser Bernhard und Waltraud Rudnik. Das Paar ist mittlerweile seit 65 Jahren verheiratet. Seit einem Jahr leben sie gemeinsam im von der APD Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen begleiteten Wohngemeinschaftshaus „Leben in Sutum“. Die WAZ widmete dem Paar sogar eine revierweite Reportage mit Foto auf der Titelseite!

„Waltraud habe ich bei der Hochzeit meines Bruders kennengelernt. Eigentlich hatte ich damals schon ein Mädchen, aber als ich sie sah, da wusste ich: das ist sie“, erzählt Bernhard Rudnik (87).
66 Jahre ist es her, dass sie sich kennengelernt haben. „Es war ganz schön schwer sie zu kriegen“, erinnert sich Bernhard. „Aber ein Jahr später habe ich sie geheiratet.“ Das war am 25. Juli 1952 in Wanne-Eickel. 65 Jahre schon halten sie sich die Treue, bekamen zwei Kinder. 1953 Sohn Jürgen und 1961 Tochter Cornelia. Sie zogen nach Gelsenkirchen, wo Bernhard auf der Zeche Dahlbusch schaffte und im Jahre 1955 half, mit der berühmten „Dahlbuschbombe“ drei Bergleute aus dem Schacht zu befreien. Im Alter wurde bei Waltraut eine fortschreitende Demenz festgestellt. „Ich habe versucht, sie so lange wie möglich bei mir zu behalten. Aber als ich mich nicht mehr um sie kümmern konnte, musste ich sie in gute Hände abgeben.“ Vor fünf Jahren zog Waltraud in die Wohngemeinschaft „Leben in Sutum“. In der WG im Norden Gelsenkirchens besuchten Bernhard und die gemeinsamen Kinder die Mutter regelmäßig. Vor einem Jahr entwickelte Bernhard ebenfalls eine Demenz. Als er hörte, dass in Sutum ein Zimmer frei wurde, zog er selbst dort ein. Trotz fortschreitender Krankheit arbeitet er immer noch mit seinen Kindern eng mit den Pflegekräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der WG zusammen. „Ich bin froh, wieder so nah bei meiner Frau zu sein. Auch jetzt helfe ich noch bei ihrer Pflege, das lasse ich mir nicht nehmen. Die Demenz nimmt uns vielleicht die Erinnerung, aber wir spüren einfach, dass wir zueinander gehören.“