Wenn Flammen in den Himmel lodern

So schön können Osterfeuer sein. Aber sie bergen auch Risiken. Wer ein paar Regeln beachtet, kann sich auf stimmungsvolle Stunden am Feuer freuen.

Umweltschutz, Sicherheit und Co. – was es bei Osterfeuern zu beachten gibt

(GI) Osterfeuer gelten seit Langem als Brauchtumsfeuer. Für viele Menschen gehören die ursprünglich germanisch-heidnische Feuer zu den Osterfeiertagen dazu – vor allem wegen des geselligen Beisammenseins. Für die Umwelt sind sie allerdings problematsich. Die Stadt Gelsenkirchen ist seit 2008 bemüht, die Anzahl der Feuer, auch wegen der Feinstaubbelastung, deutlich zu senken Trotzdem hat sich der Brauchtum bis in die Gegenwart gehalten.

Doch darf einfach so ein Osterfeuer entzündet werden? Nein – zunächst muss das Osterfeuer beim Ordnungsamt der Stadt angemeldet werden. Auch wenn die Genehmigung vorliegt, muss noch einiges beachtet werden. Das Abbrennen von Feuern, die auf überliefertem Brauchtum beruhen, ist ausschließlich im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen zulässig.

Der Veranstalter muss zwei volljährige, verantwortliche Personen benennen, die während der Veranstaltung ständig anwesend sind und telefonsich erreicht werden können. Das Feuer darf nie unaufbesichtig vor sich hin brennen! Dabei besteht auch die Gefahr, ein vermeintlich gelöschtes Feuer zu früh zu verlassen. Auch wenn keine Flammen mehr zu sehen sind, glühen die Überreste noch einige Zeit weiter – dementsprechend hoch bleibt das Brandrisiko.

Bei starken Winden, die Windstärke sechs überschreiten, darf der aufgeschichtete Baum- und Strauchschnitt nicht entzündet werden – zu groß ist dann die Gefahr für angrenzende Bäume oder Gebäude. Darum ist ein Osterfeuer bei solch starken Winden unverzüglich zu löschen. Dazu rät der Deutsche Feuerwehrverband, das richtige Brennmaterial zu wählen und ausreichenden Sicherheitsabstand zu Gebäuden, Bäumen und Straßen sowie den Zuschauern einzuhalten. Erst dann sollte das Feuer vorsichtig entzündet werden. Trockene Sträucher und Weihnachstbäume sind sehr schnell entflammbar. Ihre aufgeschichtete Struktur und die planzlichen Öle fördern das Feuer. Es besteht Verbrennungsgefahr!

Zudem ist die rechtliche Grundlage zu beachten, dass Osterfeuer nicht das Verbrennen von Abfällen zum Ziel haben. Wegen der hohen Feinstaubbelastung sollte es vermieden werden, Plastik zu verbrennen. Zudem muss auf Kleintiere geachtet werden. Diese können sich in lange gelagertem Brennmaterial einnisten. Diese Gefahr besteht beispielsweise in Westfalen, wo nach dem Dreikönigstag oft alte Weihnachstbäume über einen längeren Zeitraum gesammelt werden. Daher ist es sinnvoll, das Brenngut kurz vor dem Osterfeuer umzuschichten.

Osterfeuer 2019 im Quartier:

In Rotthausen wird es in diesem Jahr zwei Osterfeuer am Ostersamstag, den 20. April geben. Neben dem Feuer des Bürgerschützenvereins und der evangelischen Emmaus-Kirchengemeinde, wird ein Osterfeuer im Grabeland an der Wembkenstraße von derReservistenkameradschaft Gelsenkirchen organisiert.