Wenn die Kirche nicht mehr im Dorf liegt

Stadtplaner Andreas Beilein besichtigte die ehemalige Kirche Str. Mariä Himmelfahrt

Wenn ein Stadtplaner mit der Stadtteilerneuerung Rotthausens betraut ist, möchte er natürlich auch das älteste Gotteshaus im Stadtteil kennenlernen – die ehemalige Kirche St. Mariä Himmelfahrt an der Beethovenstraße. Dazu wandte sich der Rotthauser „Quartierskümmerer“ Andreas Beilein an den Bürgerverein Rotthausen. Vorstandsmitglied Hermann Staudinger ermöglichte einen Besichtigungstermin Mitte Juli.

Probstei-Verwaltungsleiter Peter Schmidt-Kuhl öffnete die Kirche und führte, zusammen mit einem Architekten, Andreas Beilein, Hermann Staudinger und den Bürgervereinsvorsitzenden Georg Gerecht durch die Kirche, durch die Sakristei und auf die Orgelbühne (diese aber ohne Orgel). Die Rotthauser informierten Andreas Beilein, dass 1884 dort die erste Messfeier stattfand und die Kirche an Fronleichnam 2007 außer Dienst gestellt wurde. Überrascht war der Planungsexperte, dass noch Ambo, Kunstwerk, großes Kruzifix und andere Dinge aus früheren Zeiten erhalten sind. Das stattliche Gebäude steht seit 1993 unter Denkmalschutz und ist mit einem Bauzaun umschlossen. Ansätze, die Kirche einer anderen Nutzung zuzuführen, führten bislang nicht zum Erfolg. Mit der Lage an der Beethovenstraße (früher Brunostraße) lag die Kirche früher zentral. Die Straßenbahnlinie 4 fuhr an der Kirche vorbei Richtung Steele, und in fast jedem benachbarten Haus befand sich ein Geschäft oder Dienstleistungsbetrieb. Zeche und Glasfabrik waren in direkter Nachbarschaft.

Nachdem die Steeler Straße den Verkehr übernahm und die Karl-Meyer-Straße Geschäftsstraße wurde, „lag die Kirche nicht mehr im Dorf“. Die Ende der 1960er Jahre erbaute Kirche St. Barbara dient heute den Rotthauser Katholiken als Gebetsraum mit angeschlossenem Pfarrheim. Vielleicht kann die anstehende Stadtteilerneuerung Rotthausen ja Impulse für eine weitere Nutzung der Kirche bringen.