Wenn am Ende des Geldes viel Monat übrig ist

Rotthauser Wohnzimmer hat Testphase erfolgreich bestanden – Neubürgerin Susanne Schwittay lädt zum Spielen ein

Spielenachmittag, Kaffee, Quatschen und Lesung machen das Rotthauser Wohnzimmer zu einem Begegnungsraum für Rotthauser Bürger ab 45 Jahren, die wegen ihrer finanziellen, sozialen und gesundheitlichen Situation wirtschaftlich isoliert oder hilfsbedürftig sind. Bereits am 1. Juni startete das zweijährige Projekt des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen/Wattenscheid.
Im ehemaligen Konfirmandenraum der Evangelischen Kirche entstand so das Café mit Wohlfühlatmosphäre an der Steeler Straße 48. „Wir wollten einen Platz schaffen, an dem sich Menschen – wir nennen es: „die am Ende des Geldes noch viel Monat übrig haben“ in  guter Atmosphäre wohl und aufgehoben fühlen und die Seele baumeln lassen können. Wir wollen sie aus ihren vier Wänden locken. Das RoWo soll daher die Basis für Vertrauensbildung sein, denn Menschen mit wenig Geld sind zuerst sehr zurückhaltend und brauchen Zeit, bevor sie sich öffnen“, so Projektleiterin Barbara Bienert. Nun hat das RoWo seinen ersten Probelauf hinter sich.
„Ziel des Probelaufs war es, herauszufinden, welche Leute zu uns kommen. Bisher waren es rund 20 Gäste. Wir hoffen in Zukunft aber noch weitaus mehr Menschen zu erreichen“, erklärt Barbara Bienert. Durch die positive Resonanz kann das Rotthauser Wohnzimmer an zwei Tagen in der Woche ein festes Programm (mittwochs und freitags zwischen 15 und 18 Uhr – Einlass 14.30 Uhr) verwirklichen.

Spielenachmittag mit Susanne Schwittay

Ob Rommé, Canasta oder Mensch ärgere dich nicht – Innerhalb von nur drei Tagen bekam das RoWo-Team all diese tollen Spiele von Gästen für Gäste geschenkt. Grund genug  für die spielebegeisterte Susanne Schwittay, die vor kurzem wieder frisch nach Rotthausen gezogen ist, den Mittwoch-Nachmittag als Spielleiterin für Besucher anzubieten. „Neben Kaffeetrinken und quatschen soll auch immer etwas Besonderes geboten werden“, berichtet Barbara Bienert.  Am Freitag, den 25. August bot der allseits bekannte und beliebte Bibliothekar Ullrich Spiegelberg, genannt „Spiggi“, einen Lesenachmittag mit ausgewählten Geschichten aus dem Ruhrgebiet an.

Unterstützung der Menschen ist groß

„Es haben sich ganz schnell Menschen gefunden, die uns unterstützen. Ein Mann hat zum Beispiel einen ganzen Warenkorb an Lebensmitteln und Küchenutensilien gespendet. Dann brachten uns zwei Frauen selbstgebackenen Kuchen vorbei. Auch der Tausch-Bücherschrank ist schon bis oben hin gefüllt“, freut sich Barbara Bienert. Offen ist noch, ob an Samstagen ein „Mitmach-Frühstück“ für Singles plus/minus 45 bis 65 Jahren angeboten wird. Allerdings ist bereits für Freitag, den 20. Oktober ein Tag der offenen Tür geplant, zu dem das RoWo alle Interessierten aus ganz Rotthausen und der Stadt Gelsenkirchen einlädt.