Weichen gestellt

Bei der Konzeptübergabe (v.l.): Norbert Mohr, Energieberater der Verbraucherzentrale NRW, Prof. Dr. Alfons Rinschede, Westfälische Hochschule, Burkhard Drescher, Geschäftsführer der Innovation City Management GmbH, Oberbürgermeister Frank Baranowski, Dr. Bernd-Josef Brunsbach, Geschäftsführer der ELE, Maik Stockmann, Abteilungsleiter Vertrieb Energie der GELSENWASSER AG und Klaus Nadolny, Geschäftsführer der GFW Gesellschaft für Wohnungsbau mbH.

Energetische Wende im Stadtteil: Innovation City Management GmbH übergibt Konzept an Oberbürgermeister Frank Baranowski

Startschuss für ein energieeffizientes Quartier: Der Innovation City Management (ICM) Geschäftsführer Burkhard Drescher übergab Oberbürgermeister Frank Baranowski im Hans-Sachs-Haus das Integrierte Energetische Quartierskonzept für Rotthausen. Es bildet das Fundament für ein zukünftiges Sanierungsmanagement, das Immobilieneigentümer unter anderem bei der energetischen Modernisierung von Gebäuden unterstützen soll.

Das Engagement zum InnovationCity roll out steht im engen Kontext mit der integrierten Stadterneuerung im Rahmen der Sozialen Stadt Rotthausen und wird in den nächsten Jahren durch zahlreiche ergänzende Maßnahmen zur Stabilisierung des Stadtteils beitragen.

Kooperationsvereinbarung unterzeichnet

Im Gegenzug zum Quartierskonzept händigte Oberbürgermeister Frank Baranowski der ICM eine Kooperationsvereinbarung aus, die die Stadt mit ihren Kooperationspartnern unterzeichnet hat. Darin erklären sich die Stadt Gelsenkirchen, die Emscher Lippe Energie GmbH, die Gelsenwasser AG, die GFW Gesellschaft für Wohnungsbau mbH, die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V. und die Westfälische Hochschule bereit, „im Rahmen ihrer Kompetenzen und Möglichkeiten“ eine schrittweise Umsetzung einzelner Maßnahmen zur kurz- und mittelfristigen Reduzierung des CO2-Ausstoßes anzustreben, „um eine beispielgebende Aufwertung des Quartiers Gelsenkirchen-Rotthausen zu erreichen“.

Ergebnisse der Analysen

Die Quartiersanalyse macht deutlich, dass die Gewerbebetriebe in Rotthausen sowie der Bahnhof Rotthausen sehr gute Potenziale für Mobilitätsansätze bieten. Zusätzlich wirken sich geplante Potenzialflächen und Neubauprojekte positiv aus. Sie können Impulsgeber für andere Immobilieneigentümer sein, selbst Modernisierungen anzugehen. Die energetische Analyse des Konzeptes zeigt auf, dass Sanierungen von Wohngebäuden einen großen Hebel darstellen, um CO2-Emmisionen im Quartier zu reduzieren. Hohes Potenzial lässt sich für die energetische Modernisierung insbesondere in den gesamten Reihenhausbeständen sowie den Beständen der Mehrfamilienhäuser aus den Baujahren vor 1940 sowie der 50er und 60er Jahre feststellen. In 23 weiteren Maßnahmen sieht das Konzept beispielsweise den Ausbau von Photovoltaik, die Initiierung von Mieterstrommodellen sowie Aspekte einer klimagerechten Mobilität vor.

Ebenfalls thematisiert werden Klimaschutzaktionen im Kindergarten, Mieterprojekte zum Energiesparen und Energielotsen für fremdsprachige Haushalte. Sehr realistisch und konservativ gerechnet können so in den kommenden fünf Jahren der Endenergieverbrauch und die Treibhausgas-Emissionen um jeweils knapp fünf Prozent pro Jahr gesenkt werden. Dies entspricht dem durchschnittlichen Wärme- und Strombedarf von fast 700 Vier-Personen-Haushalten in Deutschland bzw. dem durchschnittlichen jährlichen CO2-Ausstoß von über 3.000 NRW-Berufspendlern.