Unter Mindestlohn geht gar nichts

Sozialdezernent Luidger Wolterhoff: Auch Rotthausen soll vom sozialen Arbeitsmarkt profitieren Bürger können Vorschläge zur Beschäftigung machen

200 Arbeitsplätze für zwei Jahre – der soziale Arbeitsmarkt soll Langzeitarbeitslose in Gelsenkirchen wieder in die Berufswelt integrieren. Das vom Land NRW mit 43 Millionen Euro geförderte Projekt soll Arbeitsplätze im öffentlichen Interesse finanzieren. Vereine, Organisationen und Institutionen sind aufgefordert, Ideen für potentielle Beschäftigungen einzureichen. Beim Treffen des Rotthauser Netzwerks im Kolping Haus referierte Luidger Wolterhoff, Sozialdezernent der Stadt Gelsenkirchen, über die Möglichkeiten des sozialen Arbeitsmarkts, und welche Chancen sich daraus für Rotthausen ergeben.

Für Luidger Wolterhoff  war es ein „Termin ganz in der Nachbarschaft“. Wäre er nicht vorher im Büro gewesen, hätte der Sozialdezernent von seinem Wohnsitz im Düppel aus zum Treffen des Rotthauser Netzwerks laufen können. Ein scherzhafter Einstieg mit den Mitgliedern des Netzwerks, aber ein ernstes Thema, dem sein Vortrag gewidmet war. „Obwohl die Agentur für Arbeit und das Jobcenter jedes Jahr mehrere Tausend Menschen vermitteln, ist die Arbeitslosenquote in den letzten Jahren relativ stabil geblieben. Natürlich sind manche auch langfristig im Arbeitsmarkt verblieben, doch besonders Langzeitarbeitslose finden sich in einer Schleife aus Kurzarbeit und schnellem Jobverlust wieder“, erläuterte Wolterhoff. Mit der Einführung eines sogenannten sozialen Arbeitsmarktes solle ein erster Schritt getan werden, um Menschen, die lange nicht gearbeitet haben, wieder eine Perspektive zu geben. „Die Leute  sollen wissen, dass sie gebraucht werden, dass sie etwas zum gesellschaftlichen Nutzen beitragen und vor allem, dass sie etwas können.“

Ideen für Arbeitsplätze sollen von der Bevölkerung kommen

Die Idee des sozialen Arbeitsmarktes in Gelsenkirchen umfasst das Schaffen von 200 Arbeitsplätzen, die für zwei Jahre finanziert werden sollen. Diese sollen im öffentlichen Interesse sein, aber keine Konkurrenz zu anderen Arbeitnehmern darstellen. Bestehende Stellen sollen also nicht verdrängt werden. „Wir wünschen uns, dass die Bürgerinnen und Bürger Ideen für diese Beschäftigung entwickeln. Die neuen Arbeitsplatze sollen annähernd Vollzeitbeschäftigungen sein, sozialversicherungspflichtig sowie tariflich oder ortsüblich entlohnt. Unter Mindestlohn geht gar nichts. Alle Institutionen, die Beschäftigungsmöglichkeiten nach diesen Prinzipien aufstellen, werden dabei vollständig finanziert und von uns beraten.“ Konkrete Ideen für Arbeitsplätze, vor allem für Rotthausen, wollte Wolterhoff nicht nennen. Er richtete einen Appell an das Netzwerk sowie die Rotthauser Mitbürger: „Ich lebe hier und hätte auch ein paar Ideen. Ein konkreter Vorschlag seitens der Stadt wäre aber das falsche Signal. Die Ideen müssen von den Aktiven vor Ort kommen.“

Hoffnung auf längere Förderung

Momentan befindet sich der Projektvorschlag noch beim Land NRW. Luidger Wolterhoff ist zuversichtlich, dass die Mittel schnell freigegeben werden. „Wir wollen mit dem Projekt möglichst schon am 1. Mai starten.“ Bis Ende des Jahres sollen die 200 Stellen besetzt sein. Vom Land NRW werden für dieses Projekt 43 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, die sich auf 13 Millionen Euro im ersten Jahr und 30 Millionen Euro im zweiten Jahr verteilen. Die Chancen für eine Fortsetzung der Förderung schätzt er positiv ein: „Im Beschluss des Landtages ist ganz klar die Absicht zu erkennen, dass es ein langfristiges Projekt werden soll.“

Für Interessenten:
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