„Um jeden Händler muss gekämpft werden“

Thema Einzelhandel beim Rotthauser Netzwerk: Gute Noten für Karl-Meyer-Straße – Leerstände am Markt bedenklich

(JP) Die Karl-Meyer-Straße ist die Lebensader Rotthausens. Kann sie es auch in Zukunft bleiben? Über dieses brisante Thema sprach Bernd Gebert, Abteilungsleiter für Strukturentwicklung und Einzelhandel bei der Gelsenkirchener Wirtschaftsförderung, auf Einladung des Rotthauser Netzwerks.

„Dem Einzelhandel in Rotthausen geht es gut, er ist aber nicht auf Dauer gesichert. Es muss weiterhin um jeden einzelnen Händler gekämpft werden“, beschrieb Bernd Gebert die Situation des Einzelhandels in Rotthausen. Die Karl-Meyer-Straße sei das viertgrößte Zentrum Gelsenkirchens und weise die viertbeste Leerstandsquote auf. Gebert zählte den durch städtebauliche Maßnahmen verkehrsberuhigten Bereich sowie die gute Verkaufsflächenausstattung zu den Stärken der Shopping-Meile. Allerdings habe der Einzelhandel jedoch auch einige Schwächen vorzuweisen. Dazu gehöre die abgesetzte Lage von REWE und Netto. Bernd Gebert führte an, dass außerdem noch an der Ansiedlung von Händlern aus dem mittelfristigen Bedarfsbereich gearbeitet werden könnte, damit beispielsweise auch Spielwaren zu der Angebotsvielfalt beitragen könnten.  Auffällig sei zudem die Leerstandsentwicklung am Rotthauser Markt. Diese gelte es zu bearbeiten. Vom Potenzial des Platzes könnte das gesamte Zentrum profitieren. „Das Potenzial zeigt sich unter anderem daran, dass es nicht nur den kleinen Einzugsbereich Rotthausen gibt“, so Gebert, „Bürger aus den umliegenden Stadtteilen Ückendorf und der Feldmark erweitern diesen.“

Baumarkt und Aldi noch nicht in Sicht

Ob es bald auch einen Baumarkt und Aldi in Rotthausen geben werde, wurde Gebert gefragt. Die Antwort fiel jedoch nicht wie erhofft aus. Im Moment sei es nicht möglich, diese Anbieter anzusiedeln. Vor allem die infrastrukturellen Voraussetzungen würden dafür fehlen. Beispielsweise müsse für einen Baumarkt eine direkte Autobahnanbindung vorhanden sein. Ähnliches gelte für eine Aldi-Filiale. Für eine Ansiedlung außerhalb des Zentrums fordere Aldi Flächen von 800 Quadratmetern. Das sei nicht machbar, ein Bebauungsgebiet müsste geschaffen werden. Zudem gebe es negative Auswirkungen für das Zentrum. Man würde dort nicht mehr verweilen.
Mit guten Nachrichten kam der Rotthauser „Quartierskümmerer“ und Stadtplaner Andreas Beilein in die Sitzung. „Bisher wurde allen Anträgen im Rahmen des Stadtteilerneuerungsprogramms zugestimmt“, so der Stadtplaner.

„Die Auswertung der Gutachter sind fast fertig. Im Dezember werden intern noch einige Empfehlungen gemacht.“ Das Ministerium habe sich gemeldet und weitere Hausaufgaben verteilt. Die Punkte Klimaschutz und Sicherheit müssten in dem Programm weiter nach vorne geholt werden. Gegebenenfalls solle noch einmal mit der Polizei und dem Präventionsrat gesprochen werden.

Zudem sollen Schulen und Kindergärten Zugang zum Schwarzbach erhalten, der 2018 geplant und 2019 umgebaut werden soll. Problematisch seien Schwierigkeiten bei der Bildung der Bundesregierung, da bisher noch kein Haushaltsplan für 2018 ausgearbeitet worden sei. Das ist wichtig, da ein Großteil der Städtebauförderung vom Bund komme, so Beilein.