Über den Tellerrand schauen und helfen

Seit 50 Jahren unterstützt der Ghana-Kreis in Rotthausen soziale Projekte im ghanaischen Fielmuo

Der Missions-/Ghanakreis Rotthausen besteht jetzt schon seit über 50 Jahren. Ein Mitglied der ersten Stunde ist Anni Fortkamp. Sie weiß noch heute viel zu berichten: In den ersten 20 Jahren unterstützte der Missionskreis die Arbeit der aus Rotthausen stammenden Missionare Schwester Purrisima, Bruder Bernhard Götte und des späteren Bischofs Johannes Przyklenk. Viele Höhen und Tiefen hat der Missionskreis überstanden, aber in all den Jahren nicht den Mut verloren, der sogenannten „Dritten Welt“ in Ghana zu helfen.

Das erste Projekt war der Bau einer Kirche in Fielmuo im Nordwesten Ghanas. Der Bau wurde vor allem durch den Einsatz des damaligen Rotthauser Pfarrer Gerhard Lange finanziert. Die Kirche wurde 1991 durch den Erzbischof von Tamale, Gregory, geweiht. 1994 wurde eine durch den Missionskreis finanzierte und gebaute Klinik mit Wasserbrunnen und Elektrizität in Fielmuo eingeweiht – in Ghana Luxus pur. Eine Solaranlage wurde von der damals in Rotthausen ansässigen Firma Shell Solar gestiftet. Für die Klinik wurden 110 Tonnen Material in zehn Vierzig-Fuß-Containern verschifft, u.a. 60 Krankenhausbetten, eine vollständige Arztpraxis mit medizinischem Gerät und Möbeln, Gefriertruhen, Nähmaschinen, Schreibmaschinen und sogar vier Pick-Ups. Alles für die Klinik und finanziert durch Spenden. Die Wagen werden in Ghana für den Krankentransport zur Klinik, also als Rettungswagen, eingesetzt. Die Firma August Friedberg GmbH aus Rotthausen stellte für die Zwischenlagerung des Materials die Räume zur Verfügung. Damit in Fielmuo keine Wohlstandsinsel und kein Neid entsteht, hat der Missionskreis kurzerhand die Gemeinde Han dazu „adoptiert“. Nachdem hier die drittgrößte Kirche der Diözese Wa mit Hilfe des Missionskreis Aachen gebaut wurde, ist nun ein Kindergarten für 112 Kinder vom Missionskreis Rotthausen mitfinanziert und inzwischen fertig gestellt worden. Die Kinder wollen nicht mal mehr in den Ferien nach Hause, denn im Kindergarten gibt es jeden Tag warmes Essen. 2012 ist eine Nähschule mit Internat für 60 Mädchen fertig gestellt worden. Sie dient als Starthilfe für eine eigene Existenz der Mädchen und soll die Notwendigkeit der Zwangsehen minimieren. 2013 wurden die Betten für die Mädchen angeschafft. Kein Kind schläft mehr auf dem Fußboden. 2014 und 2015 wurden durch den jetzigen Ghanakreis Rotthausen wieder Spielgeräte für den Kindergarten angeschafft und für die Schule wurden Tische, Stühle und Lehrerpulte gekauft. 2016 wurden für 13 angehende Katechisten Fahrräder angeschafft. Anni Fortkamp meint, Partnerschaft lebt und wächst nur durch Gesichter. Kennen und schätzen lernen des Partners ist ein wichtiger Weg zum Frieden und so sind Begegnungen, Gespräche und Besuche wichtige Punkte, den Anderen besser zu verstehen. Die privat finanzierten Besuche der Mitglieder des Ghana-Kreises in Ghana dienen in erster Linie dazu. Die Besucher aus Ghana werden auch immer bei Rotthauser Familien untergebracht.

Spendenkonto:
Ghanakreis Rotthausen e.V.
Sparkasse Gelsenkirchen IBAN: DE91 4205 0001 0115 0263 55