Tafel plant Ausgabestelle für Bedürftige

Eröffnung im Sommer angestrebt – Verein sucht ehrenamtliche Helfer

(JP) Geld – ist es knapp, kommt eine Einrichtung wie die Gelsenkirchener Tafel gerade recht. Doch was, wenn sie zu weit weg ist? Deshalb plant der Verein bis zum Sommer eine Ausgabestelle in Rotthausen.

„Wir benötigen ungefähr 70 bis 75 qm Platz“, schildert Christine  Bartsch, Vorsitzende der Gelsenkirchener Tafel, beim Märztreffen des Rotthauser Netzwerks. Momentan stehen zwei Objekte in der engeren Auswahl. Geschäftsführer Hartwig Szymiczek ergänzt:  „Nach der Raumentscheidung  müssen wir noch sechs bis acht Wochen Arbeit in das Projekt stecken, um die  Hygienevoraussetzungen zu erfüllen.“  Bisher war die Ausgabestelle in der Innenstadt für Bedürftige aus Gelsenkirchens Süden vorgesehen. Rotthausen beobachtete die Tafel schon länger. „Dort wohnen viele Familien mit niedrigem Einkommen. Zudem gibt es dort viele Erwerbslose und Zuwanderer“, so Szymiczek. Die Ausgabestelle in der Altstadt sei mit dem ÖPNV für viele nicht zu erreichen. Vorrangig möchte die Tafel aber vermeiden, dass „Leute in Containern nach entsorgten Lebensmitteln suchen. Das wurde uns so zugetragen“, sagte Szymiczek.
„Für die Betreibung wären acht bis zehn ehrenamtliche Helfer notwendig“, so Anne Bremer, 2. Vorsitzende der Gelsenkirchener Tafel. Die Ausgabestelle soll einmal wöchentlich geöffnet haben.  Kommt die Tafel in den Stadteil, wird mit mehr als den bisherigen 40 Familien aus Rotthausen gerechnet.

In vergangener Zeit stand die Essener Tafel aufgrund von Aufnahmestopps und Problemen mit den Kunden  in der Kritik. Die Vorsitzenden des Gelsenkirchener Vereins, Christine Bartsch, Anne Bremer sowie Geschäftsführer Hartwig Szymiczek stellten beim Netzwerk-Treff klar, dass die örtliche Tafel keine derartigen Schwierigkeiten hat.

„Bei uns läuft Gott sei Dank alles ruhig ab“, schildert Christine Bartsch den Alltag in den Ausgabestellen. Die Gelsenkirchener Tafel hat vor Ort keinerlei Beschwerden zu verzeichnen. Einen Aufnahmestopp oder Rangeleien bei der Lebensmittelausgabe gebe es nicht. „Wir haben das Glück, dass viele unserer Mitarbeiter auch einen Migrationshintergrund besitzen. Das überwindet die Sprachbarriere“, sagt Bartsch weiter. Außerdem würde anders organisiert werden und der Respekt gegenüber dem Personal sei sehr groß. Disziplinarmaßnahmen wie das abermalige Anstellen in der Warteschlange müssten gar nicht durchgeführt werden. „Viele Kunden überlegen sich zweimal, ob sie drängeln. Es herrscht auch zwischen den Kunden eine angenehme Atmosphäre“, ergänzt Bartsch.

Dass die Gelsenkirchener Tafel bisher fünf Ausgabestellen betreut, ist nicht selbstverständlich. Der Verein ist auf Spenden angewiesen. Diese kommen unter anderem auch von den Mitgliedern. Bisher zählt die Tafel in Gelsenkirchen 99 Mitglieder. Am Versammlungsabend im Haus Dahlbusch wurde mit Netzwerkmitglied Ellen Reinhard das hundertste Mitglied gefunden.

Weitere Informationen und Mitgliedschaft: www.tafel-ge.de