Stadtteil freut sich auf Millionenzuschuss

Rat segnete Quartierskonzept einstimmig ab – 20 % Eigenanteil

Der „Stadtteilkümmerer“ Andreas Beilein ist die treibende Kraft hinter den Erneuerungsprojekten in Rotthausen.

(win) Auf die Millionen muss Rotthausen noch ein wenig warten, das Startsignal zur Stadtteilerneuerung aber kann erschallen.
Für den „Quartierskümmerer“ Andreas Beilein von der Stadtplanung ist das nur logisch, nachdem der Rat der Stadt Gelsenkirchen im Dezember die Zustimmung erteilt hat: „Mit dem einstimmigen Votum der Politik haben wir auch einen Auftrag erhalten.“ Der Einreichung des Rotthauser Konzepts zur Teilnahme am Bund-Länder-Programm Soziale Stadt steht nichts mehr im Wege. Damit winke dem Stadtteil, verteilt auf acht bis zehn Jahre, eine Förderung von insgesamt 22,6 Mio. Euro. 80 Prozent teilen sich Bund und Land. Somit beträgt der Eigenanteil der Stadt von 20 Prozent in dieser Zeit 4,6 Mio. Euro.

Drei projekte starten mit Finanzierung aus Eigenanteil

An der Weindorfstraße soll ein neuer Spielplatz entstehen – Förderung von Stadtteilinitiativen

Die Konzepte wurden von Bezirksregierung und Ministerien gelesen, Beilein hat positive Rückmeldung erhalten. Er erwartet allerdings, dass es noch einige Zeit dauern wird, ehe grünes Licht gegeben wird. Das ist der bundes- (Regierungsbildung) und landespolitischen (neue Regierung) Gesamtlage geschuldet. Beilein: „Wir rechnen erst im Herbst mit dem endgültigen Okay, behelfen uns aktuell mit einer Krücke.“ Kleinere Projekte werden demnach jetzt schon angegangen, das Geld stammt aus dem jährlichen Eigenanteil am Gesamtprogramm.

Diese Starterprojekte sind:

•    neuer Spielplatz an der Weindorfstraße (Entwurf von „Gelsendienste“ für die Grünfläche nahe dem Kindergarten liegt vor)
•     „Verfügungsfonds für den Stadtteil“ (40.000 €/Jahr sind vorgesehen zur Unterstützung reiner Stadtteilinitiativen)
•    Haus- und Hofflächenprogramm (Unterstützung bei Verschönerung von Fassaden oder Vorgärten, erste Hauseigentümer haben sich bereits gemeldet und warten auf eine Antragsmöglichkeit)

Noch warten bis zum Geldfluss müssen daher die ebenfalls vorgesehenen Großprojekte wie das Volkshaus und die gestalterische Erneuerung sowohl vom Rotthauser Markt mit dem Ernst-Käsemann-Platz als auch die der Steeler Straße. Hier sollen nuter anderem die Ideen der evangelischen  Gemeinde zur Außengestaltung und Öffnung zur Straße hin unterstützt werden.

Mittelfristig sollen die Gestaltungsmaßnahmen im öffentlichen Raum auch die Stadt- und auch Stadtteileingänge verschönern. „Die sind geprägt von Unterführungen“, sagt Beilein, die auch noch „ziemlich vergammelt“ wirkten. Angedacht ist ein Wettbewerb unter Architekten und Lichtdesignern, um diese Bereiche „ungewöhnlich aufzupeppen“ (Beilein).
Als „Leitprojekt“ bezeichnet Andreas Beilein dabei das Volkshaus am Grünen Weg. Das seit 1986 unter Denkmalschutz stehende Gebäude feiert im Jahr 2020 seinen 100. Geburtstag. Und bis dahin soll am Umbau zu einem Jugendzentrum mit den Schwerpunkten Bewegung und Jugendkultur gearbeitet werden. „Wir wollen das so schnell wie möglich angehen“, sagt Beilein. Er wirkt schon jetzt gespannt auf zukünftig eingehende Entwürfe. Als „echte Herausforderung“ sieht er dabei den Umbau des großen Saals, der einst für 1000 Besucher gebaut worden und jetzt für 500 zugelassen ist. Der Saal misst rund 600 Quadratmeter und ist außerdem stolze 10 Meter hoch.

Wenn auch Volkshaus und weitere Projekte noch ein wenig warten müssen, so ist doch ein Anfang gemacht. Die Unterstützung kleinerer Vorhaben schon zu diesem Zeitpunkt zeigt, dass Gelsenkirchen sicher ist, grünes Licht für die Teilnahme am Förderprogramm zu erhalten.