SSV/FCA lebt Integration

Osman Atalay ist Integrationsbeauftragter des Vereins – Fußballkreis unterstützt seine Arbeit

(JP) Aktiv gegen Rassismus: Mit Ex-Trainer Osman Atalay als Integrationsbeauftragten des SSV/FCA Rotthausen  reagiert der Verein und der Fußballkreis Gelsenkirchen auf fremdenfeindliche Vorkommnisse in der Kreisliga A2. Im Oktober waren Zuschauer nach beleidigenden Äußerungen gegenüber einem Spieler aneinandergeraten.

Osman Atalay kam im Alter von einem Jahr mit seiner Familie nach Deutschland. Jetzt versucht der 50-Jährige, auch die Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund in das Vereinsleben einzubinden. Er übernimmt das Vermitteln, das die Trainer während der Spiele nicht leisten können. „Das fängt bei Kleinigkeiten an: Ein zweiter Grill, damit das Fleisch getrennt werden kann, oder auch weniger alkoholische Getränke“, beschreibt er. „Zudem ist es zum Vermitteln sicherlich hilfreich, wenn ich die Eltern mit Migrationshintergrund auch auf Türkisch ansprechen kann.“
Der 50-Jährige war selbst lange Trainer und spielt noch heute in der Seniorenmannschaft des SSV/FCA. Zusammen mit dem Trainerteam vermittelt er im Jugendbereich die Werte, die für das Zusammenleben notwendig sind. Auch hier werden die Eltern der Kinder intensiv eingebunden. „Das Betreuerteam führt täglich Gespräche mit den Erwachsenen. Meist entstehen unangenehme Situationen durch Zurufe der Zuschauer – wie auch beim letzten Vorfall gegen Eintracht Gelsenkirchen.“

Verhaltensrichtlinien für Zuschauer

Aus diesem Grund hat der SSV/FCA für Zuschauer Richtlinien aufgestellt. „Alle Zuschauer sollen hinter den Zäunen stehen bleiben. So entsteht eine größere Distanz zum Spielfeld. Zwischenrufe erreichen die Jungs auf dem Rasen so weniger“, erklärt Atalay. Auch Aufgaben wie Wasser holen oder Kaffee kochen würden helfen, die Gemüter etwas zu beruhigen. „So haben auch die Zuschauer eine kleine Verantwortung. Das verändert die Wahrnehmung der Eltern.“
Der Fußballkreis Gelsenkirchen, der sich um die Vereine im Stadtgebiet kümmert, hat zudem einen „Anti-Gewalt-Arbeitskreis“, eingerichtet. Dort werden im Februar präventive Maßnahmen besprochen. „Ein externer Ordnungsdienst bei Spielen sowie weitere Schulungen für Trainer und Vereinsverantwortliche können helfen“, erklärt Christian Fischer, Vorsitzender des Fußballkreises Gelsenkirchen.

Verein auf gutem Weg

Trotz des jüngsten Rassismus-Vorfalls sieht Osman Atalay seinen Verein auf einem sehr guten Weg. Als Indiz für die positive Entwicklung führt er die vielen Jugendturniere an, auf der Bezirkssportanlage Auf der Reihe stattfinden. Osman Atalay: „Wenn wir große Probleme mit Rassismus hätten, würden nicht so viele Vereine zu uns kommen.“