Rotthauser Narren trotzen dem Sturm

(AL) Rotthausen ist doch nicht aus Zucker: Trotz Unwetterwarnung tanzten und feierten rund 200 Rotthauser Narren den „Rosenmontagszug der Generationen“ (Bild oben). Nach dem Start auf der Weindorfstraße wälzte sich der fröhliche Lindwurm zwei Stunden lang durch die Straßen des Quartiers. Immer mittendrin: die Organisatoren Klaus Koschei (Rotthauser Netzwerk), Christiane Tschidatz (APD-Demenz-WG) und Susanne Lauer-Oneikeydi (Kita Weindorfstraße), die für die gelungene Veranstaltung viel Lob bekamen.

Ordnungsamt der Stadt am Rosenmontag grünes Licht für den „Karneval der Generationen“ gegeben hatte, war die Freude groß beim Organisationsteam mit Susanne Lauer-Oneyikedi, Leiterin des Familienzentrums Weindorfstaße, Klaus Koschei, Vorsitzender des Rotthauser Netzwerks, und Christine Tschidatz, Leiterin Soziale Betreuung in der APD Demenz-WG „Leben in Rotthausen“.
„Es wäre schade gewesen, den Umzug wegen Schlechtwetter abzusagen“, sagte Christine Tschidatz, „Unsere Mieterinnen und Mieter freuen sich immer sehr darauf.“ Regina Diering, Tochter einer WG-Mieterin, bestätigt, dass die alten Lieder und das ausgelassene Jauchzen der Kinder ihrer Mutter ein Strahlen in die Augen zaubere: „Der Umzug verwandelt und befreit die demenzerkrankten Mieter. Ein tolles Gemeinschaftsprojekt!“. Diese Freude spiegelte sich auf den Gesichtern der Mieterinnen der Demenz-WG, als der karnevalistisch geschmückte Planwagen der APD mit Gesang, Eierlikör und ausgelassener Stimmung zum Startpunkt des Umzugs an der Weindorfstraße rollte. Dort warteten neun selbstgebastelte Umzugswagen der städtischen Kindertageseinrichtungen. Unter dem Motto „Quartiersentdecker“ hatten die Kita-Kids bereits im Vorhinein schöne Orte in Rotthausen besucht und überlegt, wie sie den Stadtteil verschönern können. In Workshops bastelten Eltern, Erzieher und Kinder wochenlang gemeinsam Bollerwagen, die die Ideen der Kinder für ein schöneres Quartier zum Leben erwecken sollten. Beim Rosenmontagszug waren die Kunstwerke auf vier Rädern erstmals öffentlich zu bestaunen.
In Bewegung versetzten die rund 200 Närrinnen und Narrhalesen nicht nur ihre kreativ geschmückten Fahrzeuge, auch fröhliche Musik, bunte Kostüme und allerhand lustiges Wurfzeug hielten sie in Schwung. „Dieses Jahr wollen wir ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzen. Daher verteilen wir neben Süßigkeiten auch Spielzeug und Zahnbürsten“, erläutert Susanne Lauer das Konzept „Rotthausen – gesund und fit“. Aufgrund der schlechten Wetterlage musste die Umzugsstrecke verkürzt werden und endete früher als erwartet an der Turmschule. Auf dem Schulgelände genoss das närrische Volk kostenlose Bratwürstchen und Getränke, die das Rotthauser Netzwerk gesponsort hatte.