Quereinsteigerin fasst Fuss in der Pflege

Margarethe Mindt aus Polen hat als Alltagsbegleiterin in Demenz-WG eine neue Berufsperspektive gefunden

Die Heimat verlassen und sich in der Ferne ein neues Leben aufbauen: ein mutiger Schritt, den auch Margarethe Mindt gegangen ist. Der Weg hat die gebürtige Polin nach Gelsenkirchen geführt: Heute arbeitet sie als Alltagsbegleiterin in der Wohngemeinschaft „Leben in Rotthausen“ der Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen GmbH (APD).

„Im damaligen sozialistischen System konnten wir kein richtig freies Leben führen“, so die heute 52-Jährige. „Alles war rationalisiert. Manchmal hat es uns sogar an einfachen Sachen wie Zahnpasta gefehlt.“  Im Jahr 1989 entschloss sie sich zur Ausreise nach Deutschland.
Mit 24 Jahren baute sie sich im Ruhrgebiet ein neues Leben auf, lernte die Sprache und suchte sich Arbeit. „Offiziell war meine Reise nach Deutschland nur ein ‚Besuch.‘ Ich hatte zum Glück Verwandte im Ruhrgebiet, die mich unterstützt haben. Der Kulturschock war am Anfang riesig: Der Westen war für mich so bunt und so vielfältig. “

Abwechslungsreiche Aufgabe: Kein Tag ist wie der andere

Nach ihrer Ankunft in Gelsenkirchen arbeitete Margarethe viele Jahre als Reinigungsfachkraft im Krankenhaus. Vor knapp zwei Jahren entschloss sie sich aber, in die Pflege einzusteigen und arbeitet seit dem als Concierge im Gelsenkirchener Süden. „Ich mag es, mit Menschen zu arbeiten – und die Arbeit bei der APD hat mir die Möglichkeit dazu gegeben.“ Im Beruf unterstützt sie die an Demenz erkrankten Mieterinnen und Mieter der WG in ihrem Alltag. Bei einem dreimonatigen Kurs zur Alltagsbegleiterin erhielt die Mutter von zwei Kindern das Handwerkszeug, um die Mieterinnen und Mieter optimal in ihrem Alltag zu begleiten. „Der Wunsch, anderen Menschen zu helfen, muss wohl in der Familie liegen“, schmunzelt die 52-Jährige. „Mein Sohn Sebastian arbeitet selbst als Altenpfleger, und meiner Tochter Sandra als Erzieherin.“ In der Rotthauser WG hat Margarethe Mindt ihre neue Heimat gefunden. „Kein Tag ist wie der andere: mal besuchen wir die Salzgrotte, mal koche ich polnische Spezialitäten und oft veranstalten wir Feste im Gemeinschaftsraum der WG. Ich möchte die Arbeit hier nicht mehr missen. “