Otto Schulte fühlt sich in Katernberg pudelwohl

TV-Trödler liebt seine Heimat und freut sich über aktive Mitmenschen

(win) Seit mittlerweile zehn Jahren ist Otto Schulte eines der Gesichter beim beliebten RTL2-Format „Der Trödeltrupp“. In dieser Zeit hat sich für den heute 42-jährigen Essener viel verändert. Er selbst aber ist sich treu geblieben. Schließlich sagt der Katernberger über sich: „Ich bin ein Junge aus’m Pott!“ Und dort fühlt er sich auch pudelwohl.

Katernberg ist für Otto Schulte Heimat. Bereits im neunten Jahr sitzt er mit seinem Goldankauf im Eckhaus an der Viktoriastraße, schon zuvor hatte er direkt um die Ecke einen kleinen Trödelladen („Ottos Stöberlädchen“) betrieben. „Hier bin ich zuhause, hier kann ich auch in Ruhe ein Bier trinken gehen, will keiner mehr Fotos mit mir machen oder ein Autogramm von mir haben wie an den Drehorten.“

Geboren in Rüttenscheid, landete Schulte über Stoppenberg in Katernberg und freut sich über die Entwicklung seines Stadtteils: „Die Vorurteile sinken, hier hat sich einiges getan.“ Erfreut stellt er fest, dass „immer mehr Menschen etwas für den Stadtteil machen“. Dazu zählt auch er selbst. Der verheiratete Vater dreier Kinder ist im Werbering aktiv und beteiligte sich auch an der jüngsten Müllsammelaktion.
Katernberg ist und bleibt Otto Schultes Heimat, Trödelmärkte sind seine zweite. Als Altenpfleger hat Otto Schulte sieben Jahre bei Humanitas gearbeitet und war dort mit vielen Haushaltsauflösungen nach Todesfällen oder Umzügen in ein Heim konfrontiert worden. Nach und nach wurde aus dem Nebenverdienst mehr und Schulte machte sich 2001 selbstständig.

Post von RTL2 zunächst nicht ernst genommen

Das wiederum hatte schließlich Post von RTL2 zur Folge. „Die haben wohl alle Haushaltsauflöser in NRW angeschrieben“, sagt Schulte und gibt zu: „Ich dachte erst, da will mich jemand veräppeln.“ Obwohl er sich fürs Fernsehen nicht geeignet war, ging er nach einigem Überlegen mal vorbei – und ist nun bundesweit eine Trödlergröße.

Die Tätigkeit im Trödlertrupp wiederum hat zum Umstellen auf Gold-Ankauf geführt. Bei einer der sehr häufigen Anfragen nach Gold entstand die Idee, ein Geschäft daraus zu machen. Das befindet sich nun an auffälliger Stelle an der Viktoriastraße 2. Und es ist gut gesichert. Die Tür ist immer verschlossen, nur von innen zu öffnen. Schließlich werden ihm auch schon einmal richtige Werte auf den Tisch gelegt. Viele Besucher muss er aber auch enttäuschen. „Es gibt viele Fakes, auch gute, da wird zum Beispiele der Überzug nachträglich gestempelt. Das ist nur mit dem Spektrometer zu erkennen.“ Und genau ein solches Röntgenfluoreszenzspektrometer hat er sich zugelegt, um die verwendeten Metalle und den Goldanteil exakt bestimmen zu können.

Die Kundschaft kommt mittlerweile längst nicht mehr nur aus Essen und den Nachbarstädten. Das Einzugsgebiet Otto Schultes ist mit seinem Bekanntheitsgrad gewachsen. Schließlich ist er regelmäßiger Gast in vielen Fernsehzimmern. Und daher auch häufig unterwegs. Eine Folge mit ihm allein als Experten wird in drei Tagen gedreht, ein Tag mehr wird benötigt, wenn noch ein Kollege dabei ist oder gar deren zwei. Derzeit ist Drehpause, sodass Schulte sich selbst um seinen Laden kümmern kann.

Ottos Traum: Mit der Zündapp durch Katernberg

Für ein anderes Hobby bleibt ihm leider wenig Zeit. Otto Schulte war nämlich früher begeisterter Motocross-Fahrer und hat als solcher sogar am legendären Erzbergrodeo in Niederösterreich teilgenommen. Nicht umsonst also gehört auch ein altes Moped zu den Ausstellungsstücken in seinem Laden. Die Zündapp aus dem Jahr 1954 möchte er zu gerne noch einmal ans Laufen bringen. Um damit dann durch sein geliebtes Katernberg zu knattern..

Drehpause beim Trödeltrupp

„Der Trödeltrupp“ wird seit 2008 gedreht und feierte im Februar 2019 sein zehnjähriges Sendejubiläum bei RTL2. Aktuell ist  Drehpause, spätestens ab Mai werden neue Staffeln gedreht.