Ort der Trauer braucht mehr Pflege

Gelsendienste übernimmt die Grabpflegeverwaltung für herrenlose Gräber

Immer öfter leben Familienmitglieder in ganz Deutschland oder in der ganzen Welt verstreut. Aber auch bereits verstorbene Angehörige, die ihr Nutzungsrecht nicht weiter vererbt haben, machen eine Grabpflege schwierig beziehungsweise unmöglich. Herrenlose Gräber sind meist verwildert und stören das Gesamtbild des Friedhofs und somit auch die Trauernden, die ihren verstorbenen Angehörigen an ihrer Grabstätte besuchen.

Zweimal im Jahr besichtigen daher Mitarbeiter vor Ort den Rotthauser Friedhof und identifizieren die herrenlosen Gräber. „Danach wird die Friedhofsverwaltung informiert“, so Tobias Heyne, Unternehmenskommunikation Gelsendienste. „Wir gehen dann in zwei Schritten vor: Zunächst wird ein Schreiben mit der Bitte um die Grabpflege versendet. Anschließend wird ein zweites Schreiben mit der letztmaligen Aufforderung aufgesetzt. Wenn dann noch keine Rückmeldung erfolgt, wird das Nutzungsrecht entzogen, welches allerdings von der 25-jährigen Ruhefrist unabhängig ist. Das heißt die Bepflanzung wird von den Gelsendiensten entfernt, Rasen wird eingesät und gepflegt. Das eingeebnete Grab wird den Nutzern mit einem Betrag von 139 Euro und die Stelle pro Jahr mit 67 Euro in Rechnung gestellt. Der Grabstein bleibt allerdings ein Jahr lang bestehen, sodass den Nutzern noch genug Zeit bleibt, um sich zu melden. Wenn der Nutzungsberechtigte beispielsweise selbst verstorben ist, gehen die Kosten zu unseren Lasten“, erklärt Heyne.

Ein Beispiel dafür ist das Feld 110a auf dem Rotthauser Friedhof. In den Jahren 2007 und 2008 fanden hier 60 Bestattungen von Reihengräbern statt, von denen heute bereits zwei eingeebnet wurden. Im Allgemeinen nehmen die herrenlosen Gräber immer weiter zu. „Für Angehörige, die sich selbst nicht mehr um die Pflege der Grabstätten kümmern können oder wollen, gibt es auch  pflegefreie Grabstätten als Alternative oder Urnengräber, die einfacher zu pflegen sind“, so Heyne.