MALER MIT HERZ

Patrick Kremer tritt in die großen Fußstapfen seines Vaters

Zu Hause ist es doch am schönsten, nicht wahr? Falls beim Lesen dieses Satzes ein irritierter Blick durch die Wohnung folgt, dann ist der Mann, der im Folgenden vorgestellt wird, mit aller Wahrscheinlichkeit noch nicht da gewesen. Denn Jürgen Kremers Job ist es - so kann man es sagen - dass die Menschen sich zu Hause wieder wohlfühlen. Von modernen Farbgestaltungen für Fassaden und Innenräume, bis zu Schimmelsanierung oder der Beseitigung von Bauschäden, der Maler- und Lackierermeister versteht es, Wohnungen und Häuser, dem Wunsch seiner Kunden entsprechend, zu sanieren und herzurichten.

Er hat nicht etwa eine wallende blonde Mähne wie Tine Wittler, anstatt eines Blümchenschals trägt er Jeans und T-Shirt und bei seiner Arbeit begleitet ihn meistens auch kein Kamera Team, sondern sein Sohn Patrick. Mit der RTL-„Einrichtungs-Expertin“ hat Jürgen Kremer äußerlich wenig gemeinsam, doch wenn in Rotthausen eine Wohnung einen neuen Anstrich braucht oder eine Fassade bröckelt, ist seine Nummer die Erste, die gewählt wird.
Jede Stadt hat ihre guten Seelen. Kümmerer und Macher, die mit ihrem Tatendrang und Engagement die Stadt für ihre Bewohner zu einem schöneren und auch besserem Ort machen. Ohne die, die Stadt und das Stadtbild definitiv ein anderes wären. Mit der über 20 Jahre alten Geschichte seines Betriebs in Rotthausen und 40 Jahren Berufserfahrung, kann man Jürgen Kremer mit Sicherheit dazu zählen. Er kümmert sich nicht nur um die Rotthauser Fassaden, er bekommt durch seinen Job auch jeden Tag Einblicke in die privaten vier Wände seiner Kunden und kennt die Bürger in Rotthausen dadurch besser als jeder andere. Ohne Sorgen überlassen ihm seine Kunden selbst dann ihre Schlüssel, wenn sie in die Ferien fahren, damit er seine Arbeit ungestört durchführen kann.
„Ich bin in Rotthausen aufgewachsen, ich wohne in Rotthausen und ich gehe in Rotthausen einkaufen. Solange die Leute mich weiterhin anlächeln, weiß ich, dass ich meinen Job richtig mache“. Der Bezug zu seiner Stadt ist dem 55-Jährigen sehr wichtig. Allen Pendlern hat er voraus, dass sich seine Arbeit und sein Leben in ein und derselben Stadt abspielen, „ich freue mich jedes Mal, wenn ich einen meiner Kunden im Supermarkt treffe“, sagt er mit einem Lächeln.
Doch dem Lächeln folgt ein nachdenklicher Blick. Das vergangene Jahr war nicht einfach für den Betrieb Kremer und vor allem nicht für den Maler- und Lackierermeister. Ein plötzlicher Herzinfarkt, Ende letzten Jahres, hat den 55-Jährigen vom einen auf den anderen Tag völlig aus der Bahn geworfen - seinen Betrieb jedoch nicht, dank seines Sohnes Patrick. Denn wie der Vater so der Sohn.
Patrick Kremer ist sofort an Ort und Stelle. Seit Jahren bereitet er sich schon darauf vor, den Familienbetrieb einmal zu übernehmen. Dass es jedoch schon so bald sein würde, und dass einen Tag nach der Geburt seiner zweiten Tochter, damit hatte er nicht gerechnet. Immerhin ist es nicht lange her, dass der 32- jährige seinen Vater zum Jubiläum des Betriebs mit seinem Meisterbrief überrascht hat.
Heute schmeißt er den Laden mehr oder weniger schon fast alleine, denn Jürgen Kremer muss mit der Arbeit kürzer treten. Hinter den Kulissen wird er jedoch weiterhin die helfende Hand sein, denn seine Erfahrung und seine Präsenz sind im Betrieb kaum zu ersetzten. Doch Patrick arbeitet hart, um eines Tages in die Fußstapfen seines Vaters zu treten.