„Licht im Schacht“ zeigt Bergbauschätze

(win) Ende dieses Jahres ist Schicht im Schacht. Dann schließt mit Prosper-Haniel in Bottrop die letzte Zeche, ist der Steinkohlebergbau im Ruhrgebiet nach rund zweihundert Jahren Geschichte. Umso wichtiger erscheint es, sich dieser Geschichte zu widmen. Wie es beispielsweise in der Bergbausammlung Rotthausen geschieht. Entsprechend gilt für die Räumlichkeiten in der Belforter Straße denn auch: Licht im Schacht.

Dieser Schacht, besser Stollen, ist selbstgemacht – im Keller. Der war eigentlich nur als Lagerraum gedacht, aber dort befinden sich auch die Toiletten. Um den langen Weg dorthin zu verschönern, wurden keine Mühen gescheut. Die Gänge, einschließlich der nun versteckten Türen für Lagerräume, wurden sämtlich mit Grubenholz verkleidet. Dieses wird nur noch von einer Firma in Deutschland geliefert und konnte nur unter Zuhilfenahme des Aufzugsschachtes in die Tiefe gelangen.

Seit 2009 ist die Belforter Straße 20 der Anlaufpunkt. Die Verbindung zum Bergbau ist hier gegeben, stand auf diesem Gelände doch einst die Steinfurt-Schmiede, wo auch Grubenpferde der Zeche Dahlbusch beschlagen wurden. Kein Wunder, dass die Hofeinfahrt mit einer Wandmalerei versehen wurde, die einen Kumpel mit Grubenpferd zeigt.

Die Bergbausammlung war zunächst nur ein Teil des Stadtteilarchivs, das im Volkshaus untergebracht ist. Das änderte sich mit der Stilllegung des Verbundbergwerks Ewald/Hugo im Jahr 2000. „Die Sammlung ist danach förmlich explodiert, die Bücherregale sind fast zusammengebrochen,“ erzählt Karlheinz Rabas. Der einstige Steiger auf Zollverein ist mittlerweile 80 Jahre alt und erforscht schon lange die Rotthauser Geschichte. 2002 erhielt die Bergbausammlung eigene Räume im Volkshaus, doch auch die wurden schnell zu klein.

Unterstützung bei der Suche nach neuen Räumlichkeiten kam von der GFW mit dem jüngst 95 Jahre alt gewordenen Wilhelm Tax. 2008 wurde der ehemalige Supermarkt in der Belforter Straße in Beschlag genommen. Bis zum Einzug sollte aber noch einige Zeit vergehen. Professionelle Hilfe leistete der Messebauer Complexx (heute Unicblue), passenderweise auf dem alten Dahlbusch-Gelände ansässig. Die Experten waren von der Idee der Lokalhistoriker begeistert, planten und halfen mit bei der Ausstattung. In Eigenregie wurde der Umbau dann vorgenommen, am 26. April 2009 stieg die Eröffnung.
Sehr zur Freude von Karlheinz Rabas: „Jetzt haben wir endlich Platz für Gegenstände, nachdem wir vorher ja fast nur Akten gesammelt haben.“ Rabas selbst steuerte beispielsweise den Bergkittel aus seiner Studienzeit bei, es gibt eine typische Bergmannsküche, die Anmutung einer kleinen Kaue, das Modell eines kompletten Bergwerkgeländes und natürlich die Dahlbuschbombe.

Das Archiv umfasst mittlerweile rund 3200 Bücher, unzählige Pläne, Zeichnungen, Filme und Fotos, von denen längst noch nicht alle digitalisiert worden sind. Schließlich ist lediglich ein zehnköpfiges Team ehrenamtlich mit der Sammlung beschäftigt. „Es müssten 30 werden, um das Datenarchiv zu beenden,“ so Rabas.

„Licht im Schacht“ ist jeden Dienstag. Jeweils von 14 bis 17 Uhr ist die Sammlung dann geöffnet. Der Eintritt ist frei.