„Leben auf Graf Bismarck“: Rekordbesuch bei APD-BewerberTag

Alltagsbegleiter für Soziale Betreuung in Wohngemeinschaftshaus „Leben auf Graf Bismarck“ gesucht – Arbeitsagentur und APD bieten NRW-weit einzigartige Qualifizierungsmaßnahme an – 29 füllen Quickbewerbung aus

Gelsenkirchen, im März 2017. Neue Wohnform – neue Chancen: In Wohngemeinschaften mit Betreuungsleistungen ist der Bedarf an zusätzlichen Betreuungskräften groß. Die Soziale Betreuung von Menschen insbesondere mit Demenz nimmt einen immer wichtigeren Platz neben der professionellen Pflege ein. Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Gelsenkirchen und der WIG Akademie der KCR GmbH hat die APD Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen GmbH deshalb ein NRW-weit einzigartiges Teilzeit-Qualifizierungsangebot entwickelt, das Interessenten ohne spezielle pflegerische Ausbildung in drei Monaten auf die Tätigkeit als Alltagshelfer (Concierge) in den WGs vorbereitet. 31 Arbeitssuchende nahmen Ende März im BerufsInformationsZentrum (BIZ) an dem mittlerweile
5. APD-Bewerbertag teil, 29 von ihnen füllten spontan eine Quickbewerbung aus. APD-Geschäftsführer Claudius Hasenau freut sich über das Rieseninteresse: „Das ist Rekord!“

Schon vor Veranstaltungsbeginn ist der Vortragsraum im BIZ Gelsenkirchen am Freitagmorgen gut besetzt. 31 Interessierte, darunter fünf Männer, sind gekommen, um sich über die Tätigkeit als Betreuungskraft in Wohngemeinschaften zu informieren. Einige sind arbeitslos gemeldet, andere wollen in den Beruf zurückkehren oder suchen in der zweiten Lebenshälfte eine neue Tätigkeit im Bereich der Altenpflege. „Die Arbeit als Alltagshelfer oder Concierge erfordert ein gewisses Maß an sozialer Kompetenz und Belastungsvermögen“, sagt Marina Schack, die bei der APD verantwortlich für den Bereich Ambulant betreute Wohngemeinschaften ist. „In einer WG arbeitet man nah am Leben. Dafür zählen Herzlichkeit, Wertschätzung und Einfühlungsvermögen. Schulische Leistungen interessieren uns zunächst weniger.“

Betreuen und begleiten

Die Versammlung hört aufmerksam zu, als Marina Schack das Aufgabenfeld der Alltagshelfer skizziert: „Conciergen sind zu Gast in den Wohngemeinschaften. Wir erziehen die uns anvertrauten Menschen nicht, wir betreuen und begleiten sie.“ Sie unterstützen zum Beispiel bei der morgendlichen Auswahl der Kleidung. Sie organisieren die Freizeitgestaltung der WG-Mieter und pflegen den Kontakt zu den Angehörigen. Sie begleiten die Zubereitung der Mahlzeiten und unterstützen die examinierten Pflegekräfte, zum Beispiel bei der Vermeidung von Stürzen oder der Nutzung von Hilfsmitteln. Fadime Polath (45) meldet sich spontan zu Wort: „Ich habe gerade zwei Wochen lang ein Praktikum in der APD-WG Rheinelbepark absolviert, dort gefällt es mir sehr gut. Als Mutter von drei Kindern kenne ich mich in Familienmanagement gut aus, eine richtige Ausbildung habe ich aber nicht.. Deshalb möchte ich die Qualifizierung der Alltagshelferin beginnen. Die Arbeit ist abwechslungsreich. Und wenn man sie gut macht, arbeitet man mit glücklichen Menschen zusammen.“

WG im Praktikum kennenlernen

Die neue Qualifizierungsmaßnahme, die Marina Schack an diesem Morgen ihren Zuhörern vorstellt, dauert drei Monate. Sie umfasst 160 Stunden theoretischen und 160 Stunden praktischen Unterricht. Die Themenschwerpunkte werden von erfahrenen und gut ausgebildeten Praktikerinnen aus den vier bestehenden APD-Wohngemeinschaftshäusern geleitet. Praktikumseinsätze in den WGs gibt den angehenden Alltagshelfern die Möglichkeit, das Leben dort kennenzulernen und das Erfahrene in Theorieblöcken zu vertiefen. Wer wissen will, ob die Concierge-Tätigkeit überhaupt das richtige ist, kann schon vor Beginn der Qualifizierung in die APD-Arbeit „hineinschnuppern“.

Ein Gewinn für alle Beteiligten

Wer regelmäßig teilnimmt und zwei kleinere Prüfungen absolviert, erhält nicht nur ein Zertifikat, sondern auch gute Chancen auf einen Arbeitsplatz zum Beispiel im neuen APD-Wohnprojekt „Leben auf Graf Bismarck“, das nach Rheinelbe, Schaffrath, Sutum und Rotthausen im Sommer mit drei weiteren Wohngemeinschaften seine Tore öffnen wird. Dirk Schotter vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur schätzt die Zusammenarbeit mit der APD: „Diese Veranstaltung ist ein Gewinn für alle Beteiligten: die Arbeitsagentur, die APD und die Arbeitssuchenden. Bei der APD besteht eine hohe Vermittlungschance, der Arbeitssuchende erhält eine qualifizierende Weiterbildung und die Aussicht auf ein unbefristetes Anstellungsverhältnis.“ Alltagshelfer werden zudem nicht nur in Wohngemeinschaften eingesetzt, sondern auch in den ambulanten Diensten oder in stationären Einrichtungen.

Ausbildung nachholen

Nach dem Vortrag bildet sich um Marina Schack eine kleine Menschentraube. Viele Teilnehmer halten eine Quickbewerbung in der Hand, die sie spontan ausgefüllt haben. Sie wollen sie persönlich übergeben, um zu den 20 Teilnehmern zu gehören, die Anfang Mai mit der Qualifizierung beginnen sollen. Auch Heidi Schlöter (38) hat sich in die Reihe gestellt. Die mobile Piercerin möchte in den sozialen Bereich wechseln: „In meiner Jugend habe ich bereits eine Ausbildung zur Altenpflegerin begonnen, diese aber nicht beendet. Bei der Arbeit als Concierge wäre die Ausbildung mit dabei, und die APD genießt in Gelsenkirchen einen sehr guten Ruf. Toll finde ich die Möglichkeit einer flexiblen Zeiteinteilung, so habe ich auch noch Zeit für meine vier Kinder.“