Laut, mystisch und melodisch

EVIL toben sich aus: Jannis Szepan (links.), Vicktoria Lorek (Mitte), Normen Schmidt (rechts) und Alexander Kardell (verdeckt) sorgten für gute Stimmung bei „Rock am Dom“.

Metal-Band EVIL hat ihre Wurzeln im Quartier – neun eigene Songs

(JP) Mit der Nachwuchsband EVIL stand Rotthauser Jannis Szepan (22) im September auf der Bühne von Rock am Dom in Buer. Als Bassist wirkt er an den Texten der Band mit. Soundtracks von Videospielen weckten in ihm die Begeisterung für Heavy-Metal.

„Es hat richtig Laune gemacht, vor so vielen Leuten zu spielen“, meinte der Rotthauser, nachdem EVIL den zweiten Tag des Open-Air-Festivals „Rock am Dom“ in Buer eröffnete. Für die Band war es der erste Auftritt unter freiem Himmel. „Bisher haben wir nur in kleinen Locations gespielt. Es war eine tolle Erfahrung“, so Szepan. Everything I Lost – so der volle Name der Nachwuchsmusiker – proben mit Frontfrau Vicktoria Lorek (22), Gitarrist Normen Schmidt (21), Schlagzeuger Alexander Kardell (19) und Szepan am Bass seit 2014 gemeinsam. Die drei Jungs lernten sich schon 2012 auf einer Musikfreizeit kennen. Nach Coversongs von Hard-Rock-Größen wie Nirvana, den Red Hot Chili Peppers und den Foo Fighters, haben die Vier neun eigene Songs geschrieben. „Wir machen uns Gedanken und thematisieren das, was uns bewegt“, beschreibt Szepan. Neben den melodischen und progressiven Einflüssen, die mit Loreks weiblicher Stimme harmonieren, fließen die eigenen Erfahrungen in den Stil der Band ein. Lorek singt zusätzlich im Chor, während Schlagzeuger Kardell in zwei Bands aktiv ist. Auch ihr Gitarrist arbeitet an einem Soloprojekt. Die musikalische Vielfältigkeit zahlt sich aus: „Es wird oft nach Tonträgern gefragt. Bisher sind wir aber noch nicht dazu gekommen, ein Demo-Album aufzunehmen. Das ändert sich bald“, so Szepan. Professionelle Studioaufnahmen sind geplant.

Musikalische Entdeckungsreise

Der 22-Jährige, der nach seiner Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker ein Maschinenbaustudium plant, hört seit dem Wechsel auf das Gymnasium Rockmusik. „Ab der fünften Klasse habe ich Videospiele auf der Konsole gespielt. Im Hintergrund liefen dort Songs von Rise Against, die meine erste Lieblings-Rockband wurde“, erzählt Szepan. Zu den dunklen Haaren trug er Bandshirts mit außergewöhnlichen Motiven. Negative Erfahrungen wegen bestehender Vorurteilen gegenüber Metal-Fans, wie ungepflegtes Auftreten, hat der Musiker auf den Straßen des Gelsenkirchener Südens bisher nicht gemacht.

Szepan beschäftigte sich weiter mit diesem Musikstil. 2010 folgte das erste Konzert auf dem Deichbrand-Festival. Mit Freunden besucht er seit 2014 das RockHard-Festival im Gelsenkirchener Nordsternpark. Mit dabei ist auch seine Freundin, die ebenfalls Metal-Fan ist. Der gebürtige Rotthauser hat nie darüber nachgedacht, mit EVIL selber dort aufzutreten und mit Musik Geld zu verdienen, denn „wir machen das alle aus Liebe zur Musik. Auf der Bühne fühle ich mich frei. Das macht mich glücklich.“