Jürgen Hanspaul reist mit Schalke 04 um die ganze Welt

Ein Treffen der besonderen Art: Während eines Schalker Trainingslagers traf Jürgen Hanspaul (l.) auf Schalkes Torwart Ralf Fährmann. Der Schal des Fanclubs „Die Rotthauser“ darf auf den Reisen nicht fehlen.

Treuer Fan ist fast immer dabei und feiert sogar seinen Geburtstag im Trainingslager

(JP) Block O auf der Gegengerade – von dort aus sieht sich Jürgen Hanspaul (71) nahezu jedes Spiel seiner Königsblauen im Stadion an. Spielen die Schalker im Ausland, ist er ebenfalls vor Ort. Der Dauerkarteninhaber folgt den Schalker Profis bei Trainingslagern und Spielen in europäischen Wettbewerben in alle Ecken der Erde.

1998 war Hanspaul zum ersten Mal in einem Trainingslager dabei. Damals reiste er mit seiner Frau in den Schwarzwald. Seitdem macht der gebürtige Rotthauser zwei bis drei Reisen pro Jahr. In diesem Sommer trat Hanspaul die  PR-Reise nach China an und folgte der Mannschaft dann ins Trainingslager ins österreichische Mittersill. Die Reisen trat er nach dem Tod seiner Frau alleine an. Einsam ist der bekennende Schalker trotzdem nicht. Er ist Mitglied im S04-Fanclub „Die Rotthauser“. „Es sind immer die gleichen Leute, die mit dabei sind. Wir sind zu einer richtigen Familie geworden“, berichtet der 71-Jährige.

Städtereisen mit Fußball

Mit den Reisen zu den Trainingslagern verbindet er seinen Jahresurlaub. „Wir unternehmen auch abseits des Fußballs viel. In China haben wir eine andere Kultur kennengelernt. Für mich war es das erste Mal dort. Auch Österreich ist immer wieder schön“, schildert der ehemalige Opel-Mitarbeiter. Spielen die Schalker international, nutzt der Pensionär die Gelegenheit zu Städtetrips. „Porto ist eine wunderschöne Stadt“, schwärmt er. Nachdem die Schalker im März 2008 im Achtelfinale der Champions-League beim antraten, blieb Hanspaul noch etwas länger, um sich die portugiesische Hafenstadt anzusehen.

„Als Tourist sind die Spielorte in der Europa-League allerdings interessanter. Nach Krasnodar, Saloniki oder Nizza kommt man sonst nicht. Das gefällt mir.“ Nach dem Terroranschlag am 14. Juli 2016 hatte Hanspaul bei dem Ausflug zu der Partie gegen OGC Nizza ein mulmiges Gefühl. „Das war schon krass“, blickt er zurück. Einen besonderen Reisewunsch hat er dennoch. „Noch einmal nach Liverpool – das wäre ein Traum von mir. Die spezielle Atmosphäre in diesem englischen Stadion und die Umgebung hat mich schon immer gereizt“.

Geburtstag in Spanien

Die Spiele seiner Mannschaft im TV zu verfolgen, kommt für Hanspaul auf keinen Fall infrage. „Ich bin über 70 Jahre alt, da frage ich mich manchmal schon, warum ich mir das noch antue. Aber der bezahlte Fußball ist nicht meine Welt. Ich brauche das Stadion. Das ändert auch die schlechte Saisonleistung nicht. Außerdem ist jede Fahrt wie ein Motorradtreffen. Ich freue mich, die Leute dort zu sehen“, erklärt er. Deshalb ist Jürgen Hanspaul auch wieder dabei, wenn es für die Spieler zur Vorbereitung ins spanische Benidorm geht. Dort feiert er dann auch seinen 72. Geburtstag.