Hilfe in der Einsamkeit

Das Achtsamkeitstelefon soll sozialer Isolation vorbeugen und Hilfe ermöglichen – Ehrenamtliche gesucht

(JP) Wenn in der Wohnung gegenüber lange Licht brennt, der Fernseher stundenlang läuft oder niemand die Haustür öffnet, malen sich Besorgte oftmals schreckliche Szenarien aus. Genau für diese Fälle soll ein Achtsamkeitstelefon eingerichtet werden.

Pfarrerin Zuzanna Hanussek und Barbara Bienert, Leiterin des Rotthauser Wohnzimmers, sind die Initiatorinnen des Projekts. „Wir haben beim Bürgerforum den Vorschlag für einen Telefon-Besuchsdienst gemacht“, erklärt Bienert. Entstanden sei die Idee, als die Verwaltung ihrer neuen Form der Bürgerbeteiligung am städtischen Haushalt in der Gelsenkirchen unterwegs war.

Das Achtsamkeitstelefon soll von Ehrenamtlichen betreut werden, die in Gesprächsführung geschult sind. So soll vermieden werden, dass aus Angst nicht gehandelt wird. „Ganz viele Leute rufen in so einer Situation nicht einfach sofort die Polizei an“, so die beiden Organisatorinnen. Es hemmt die Scham, sollte sich die Situation als harmlos herausstellen und die umsorgte Person gesund in der Wohnung angetroffen werden. Außerdem soll das Achtsamkeitstelefon helfen, der sozialen Isolation und dem einsamen Tod zuvorzukommen. Sollte es zu Notfällen kommen, entscheiden die Ehrenamtlichen oder Hanussek und Bienert zusammen mit den Anrufern und entscheiden über das weitere Vorgehen.

In Notfällen werden die Beamten von der Bezirkswache an der Karl-Meyer-Straße kontaktiert. Um das Projekt zu verwirklichen, werden noch ehrenamtliche Helfer gesucht. In einem abgesprochenen Zeitraum soll dann das Telefon betreut werden. Zusätzlich werden die Helfer geschult und bekommen einen Überblick von wichtigen Institutionen, die in Notfällen eingeschaltet werden müssen.

Wer sich als ehrenamtlicher beim Achtsamkeitstelefon engagieren möchte, kann sich unter folgenden Nummern melden:

Zuzanna Hanussek: 0209 1798451
Barbara Bienert: 01725814943