Heimatbund ruft Bürger zur Namensfindung auf

Bezirksvertretung beschließt Umbenennung der Hohoffstraße und bittet Rotthauser um Vorschläge

(SuSch) Die Hohoffstraße in Rotthausen wird umbenannt. Durch mehrheitlichen Beschluss der Bezirksvertretung Gelsenkirchen-Süd landet nun auch der letzte Straßenname, der an einen ehemaligen Anhänger des Nazi-Terrors erinnert, auf dem Müllhaufen der Geschichte (die Rotthauser Post berichtete). Der neue Name soll durch eine Bürgerumfrage demokratisch gefunden werden. Auch die Rotthauser Post beteiligt sich daran.

Wie soll die Hohoffstraße heißen?

Heimatbund und Rotthauser Post rufen Bürger zur Mitwirkung auf: Welcher Straßenname passt am besten?

Die Frage klingt einfach, doch sie ist es nicht: Welchen Namen soll die Hohoffstraße in Zukunft tragen? Jetzt sind alle Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, sich an der Namensfindung zu beteiligen.

Die Position der Stadtverwaltung – basierend auf dem Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen (ISG) – war unmissverständlich: Die Hohoffstraße – benannt nach dem ehemaligen Rotthauser Bürgermeister und Nazi-Anhänger Carl Heinrich Wilhelm Hohoff – braucht einen neuen Namen (die Rotthauser Post berichtete). An Hohoffs brauner Gesinnung gibt es keinen Zweifel. Seine Briefe belegen, dass er bereits 1932 „aus tiefem Idealismus“ in die NSDAP eintrat und die SA in Rotthausen unterstützte. Dem Antrag auf Umbenennung schlossen sich die Bezirkspolitiker mit großer Mehrheit an. Durch dieses Votum dürfte auch der Zwist zwischen dem Bürgerverein Rotthausen, dem Stadtteilarchiv Rotthausen und dem Rotthauser Netzwerk beigelegt sein. Der Bürgerverein und das Stadtteilarchiv hatten sich im Vorfeld vehement für einen Erhalt des Straßennamens ausgesprochen, der Netzwerk-Vorstand votierte einstimmig für die Umbenennung.

Stadt übernimmt Kosten

Dem Heimatbund fällt nun die Aufgabe zu, bis Ende März Namensvorschläge zu sammeln, über die dann die Bezirksvertretung befindet.  Die Idee, die Straße ab sofort „Bürgermeistereistraße“ zu nennen, wurde direkt verworfen. Wenn ein neuer Name gefunden ist, wird die Stadtverwaltung alle Kosten übernehmen, die den Bürgern zum Beispiel durch Umschreibung von Ausweisen oder anderen Dokumenten entstehen. Auch die Rotthauser Post möchte sich an der Namensfindung beteiligen. Die Redaktion ruft alle Leserinnen und Leser auf: Finden Sie einen neuen Namen für die Hohoffstraße!  Füllen Sie die Stimmkarte aus und geben Sie diese bis 29. März im Quartiersbüro, Karl-Meyer-Straße, ab.

Bitte beachten: Flüsse, Pflanzen, Städte, Landstriche, Gebäude oder geografische Besonderheiten können als Namensgeber fungieren. Besonders häufig tragen Straßen den Namen einer bekannten  lokalen, regionalen, bundesdeutschen oder internationalen Persönlichkeit aus Politik, Kultur, Wirtschaft oder Verwaltung. Diese besondere Ehre wird in den allermeisten Fällen erst nach dem Tode verliehen.  Wichtig ist auch, dass es den Straßennamen in Gelsenkirchen noch nicht gibt. Die in Frage kommenden Vorschläge werden final vom ISG überprüft.