Großer Saal soll zum Herzstück des neuen Volkshauses werden

Die Umgestaltung des Volkshauses nimmt Formen an: Dr. Volker Bandelow vom Referat Kultur der Stadt Gelsenkirchen hat viele Ideen für den Altbau.

Bewegliche Trennelemente ermöglichen Parcours, Tanz und Theater

(JP) Dr. Volker Bandelow vom Referat Kultur der Stadt Gelsenkirchen stellte beim Treffen des Rotthauser Netzwerk zusammen mit seiner Mitarbeiterin Claudia Keuchel die Planungen für die Erneuerung des Volks-hauses Rotthausen vor. Der denkmalgeschützte Gebäudekomplex am grünen Weg soll zu einer Schnittstelle für Sport, Bildung und Kultur umgestaltet werden. Die Präsentation der Umgestaltung betraf vorerst nur den großen und den kleinen Saal sowie die Bühne.

 Das Bochumer „OPENSPACE“ fungiert als Vorbild. Eine große Trainingshalle steht dort für Streetartistik und viel Bewegung bereit. Jugendliche und junge Erwachsene treffen sich dort ungezwungen und unterrichten sich gegenseitig. Ähnliches hat Dr. Bandelow mit dem Volkshaus vor, den Fokus legt er aber auf eine kreative Nutzung der Räumlichkeiten. Aufgrund des Denkmalschutzes sieht er bewegliche Raumelemente als Lösung. Auch die Bühne darf nicht abgerissen werden. Dort wäre Platz, einen Theaterraum einzurichten. Tanzkurse, Parcours oder Theateraufführungen finden neue Räumlichkeiten. Ein Tanzboden bildet den passenden Untergrund. Der angrenzende kleinere Saal steht ebenfalls als Multifunktionsraum zur Verfügung. Gruppenchoreografien könnten in dem Raum ungestört stattfinden. Darüber hinaus sollen im Erdgeschoss barrierefreie Sanitäranlagen entstehen. Die Angebote des „neuen“ Volkshauses richten sich aber nicht nur an Jugendliche und junge Erwachsene. Es soll sich nicht in ein reines Jugendzentrum entwickeln.

 Überschneidung soll vermieden werden

 „Wenn die Idee gewollt ist, beginnen wir mit der Konzeption“, erklärte Dr. Bandelow. Es fehlt an einem Betreiber- und Trägerkonzept. Dafür stehen verschiedene Modelle bereit. Er sieht das „neue“ Volkshaus nicht als Konkurrenz zu anderen Stadtteilinstitutionen, wie z. B. das Jugendheim der evangelischen Kirche. Damit sich in der Jugend- oder Seniorenarbeit keine Doppelstrukturen herausbilden, findet eine Konkurrenzanalyse statt. Eine Überschneidung der Angebote soll so vermieden werden.

 Stadt wartet auf die Gelder

Das nötige Geld kommt aus dem Stadtteilerneuerungskonzept. Die Finanzierungsanträge belaufen sich auf 300.000 Euro. In einem späteren Stadium folgt mehr als eine Million Euro. Wann das Geld vom Land fließt, ist derzeit nicht abzusehen. Die Zeitplanung hängt von den Bewilligungsrhythmen ab. Bis das Volkshaus einen ähnlichen Zulauf wie das Bochumer Vorbild bekommt, wird es noch etwas dauern.